Stefan's Weblog

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Die Lehre von der Leere

Ein äußerst rätselhaftes Phänomen ist das Nichts oder die absolute Leere, wissenschaftlich als Vakuum bezeichnet. Auf der Erde ist es kaum anzutreffen, nur in den Hochgebirgen findet man es in Spuren. Da man das Vakuum nicht sehen kann, erklärt sich dadurch das schwierige Auffinden des Yeti, da dieser mit seiner Nahrung im Laufe der Zeit immer mehr Vakuum aufnimmt und so immer unsichtbarer wird.

Erfunden hat das Vakuum der Italiener Torricelli, aber schon kurz darauf gelang es dem Magdeburger Oberbürgermeister Otto Guericke, das Monopol der Italiener zu brechen; für diese Leistung wurde er geadelt. Da das Vakuum seinerzeit äußerst kostbar war, verpackte er es in zwei stabile Halbkugeln, die 16 Pferde ziehen mußten. Die Schweden versuchten im 30 – jährigen Krieg unter dem Vorwand, daß das Vakuum gegen die göttliche Lehre sei, dem deutschen Erfinder das Vakuum zu stehlen und belagerten und zerstörten Magdeburg.

Wie stellt man das Vakuum nun her? Zunächst benutzte man dazu lange Vakuumröhren und wickelte einfach das Rohr außen ab – übrig blieb das Vakuum. Es war dann noch ziemlich rauh (Grobvakuum) und mußte anschließend noch geschliffen und poliert werden (Feinvakuum). Heute hingegen wird es durch die sog. Vakuumdestillation hergestellt, die Feuchtigkeit wird durch die anschließende Vakuumtrocknung entfernt. Je nachdem, bei welcher Temperatur die Herstellung erfolgt, spricht man von Hoch- bzw. Ultrahochvakuum.

Die Länge des Vakuums wird in Vakuummeter gemessen, mit Vakuummessern kann es entsprechend gekürzt werden. Da das Vakuum teuer und sehr eitel ist, wird es meist in innenverspiegelten doppelwandigen Glasrohren verpackt, die sog. Vakuumisolation schützt es vor bösen Umwelteinflüssen. Wozu braucht man das Vakuum? Da es sehr teuer ist, kann man es gewinnbringend verleihen (Vakuumpumpen). Sein Haupteinsatzgebiet ist jedoch die Verwaltung (Vakuumleitung), es hilft vor allem den Politikern, die schwere Last ihrer Ämter zu tragen. Hier gilt: Je höher das Amt, desto höher ist das Vakuum und das nicht nur im Kopf. Erkennbar wird das daran, daß die so Privilegierten das Vakuum in leere Versprechungen, hohle Erklärungen oder Sprechblasen kleiden können.

Besondere Verdienste um das Vakuum hat sich unser aller Finanzminister erworben. Um auch das gemeine Volk am Vakuum teilhaben zu lassen, hat er kleine Teile des absoluten Nichts in Form von Nullen auf den Geldscheinen in Umlauf gebracht, diese tolle Idee heißt Inflation. Er trägt seitdem den Ehrentitel „Herr der Löcher“ und es ist als sein Verdienst anzusehen, daß er unsere Steuergroschen in Vakuum angelegt hat, so daß Deutschland die Maastrich – Kriterien ob seines Reichtums an Nichts erfüllt, was alle anderen Länder natürlich mit Neid erfüllt.

Aber auch in der Wissenschaft hat das Vakuum seinen Siegeszug gehalten. Wissenschaften, die sich um das Nichts besondere Verdienste erworben haben, dürfen sich Le(e)hre nennen. Eine unrühmliche Ausnahme bildete die Wärmelehre, die der führenden Rolle des Vakuums nicht die gebührende Anerkennung zollte. Den dabei mustergültigen Nichts – Wissenschaften Betriebswirtschaftsle(e)hre und Volkswirtschaftsle(e)hre gelang es, diesen Ignoranten den unverdienten Titel zu entziehen, zur Strafe und Abschreckung heißt die Wärmelehre nunmehr Thermodynamik.

Das soll allen eine Le(e)hre sein!

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