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Samstag 8. Mai 2004
(zurückgelegte Wegstrecke: 222 Meilen) Wir packen zusammen und tanken erst mal auf. 3,09 US$ pro Gallon! Das ist ein stolzer Preis! Bisher haben wir immer ungefähr 2,19 US$ gezahlt, aber am Rand des Death Valley muß man eben etwas tiefer in die Tasche greifen.
Zum Glück ist der Tank noch fast voll und wir müssen nur sechs Gallon tanken. Anschließend frühstücken wir noch gemütlich auf der Veranda, bevor wir uns gegen 9 Uhr auf den Weg hinunter ins Valley machen. Es ist bereits unangenehm warm und wir schalten die Klimaanlage unseres Autos an. Allerdings kommt kurz darauf eine längere Steigung und Hinweisschilder empfehlen die Klimaanlagen besser auszuschalten, um den Motor vor Überhitzung zu schützen. Tatsächlich zeigt ein Blick auf die Kühlwassertemperatur, daß diese bereits deutlich angestiegen ist. Wir halten kurz an um den Kühlwasserstand zu überprüfen - der ist aber ok. Also fahren wir ohne Klimaanlage weiter bis wir die Steigung hinter uns haben und der Abstieg ins eigentlich Valley beginnt.
Kurz vor Stovepipe Wells biegen wir auf eine Gravel Road zum Mosaic Canyon ab. Am Ende der Gravel Road parken wir und machen einen kurzen Hike entlang des Canyons. Das Wasser, welches hier früher entlang geflossen ist, hat Steine in die Canyonwand gedrückt, die nun wie ein Mosaic in verschiedenend Farben leuchtet. Der relativ einfache Trail durch den Canyon ist etwas über eine Meile lang. ![]() General Store von Stovepipe Wells
Gegen 11 Uhr erreichen wir schließlich Stovepipe Wells. Hier gibt es ein Motel mit Swimmingpool, den man für 2 US$ benutzen kann, auch wenn man kein Gast im Motel ist. Dieser Ort ist deutlich größer als Panamint Springs, denn er besteht nicht nur aus einer Tankstelle und einem Motel: zusätzlich hat er noch einen General Store - der jedoch hauptsächlich Getränke und Souveniers führt. Wir beschließen noch einen kurzen Ausflug zu machen, und im Anschluß das Angebot mit dem Swimmingpool zu nutzen. Wer hätte das gedacht, daß wir im Death Valley zum Baden gehen werden? Zunächst fahren wir aber erst einmal entlang der Scottys Castle Road (SR-190) bis zum Titus Canyon. Dieser Canyon kann nur in Nord-Süd Richtung befahren werden und ist ausschließlich für 4x4 Fahrzeuge empfohlen. Das Südende (1,5 Meilen) wird jedoch auch zum hiken empfohlen. Wir fahren daher mit unserem Auto bis zum Parkplatz am Südende des Canyons und marschieren - jeder mit einer Wasserflasche ausgerüstet - in den Canyon hinein. Die hohen Wände des Canyons sind sehr beeindruckend, allerdings sorgen sie auch dafür, daß sich die Hitze im Canyon staut und die dunklen Wände verstärken die Hitzewirkung noch. Das Wandern im Canyon ist daher ziemlich anstrengend. Die wechselnden Felsformationen belohnen uns jedoch für die Strapazen. ![]()
![]() Impressionen aus dem Titus Canyon
Nach ca 45 Minuten erreichen wir durchgeschwitzt wieder unser Auto und fahren zurück nach Stovepipe Wells und legen uns für eineinhalb Stunden an bzw. in den Pool. Michaela würde gerne noch länger bleiben, ich dränge jedoch zum Aufbruch, da wir noch einige Ziele im Canyon anfahren wollen und wir auch noch bis Shoshone am Südende des Parks fahren müssen zu unserer nächsten Übernachtungsmöglichkeit.
Also fahren wir um 14 Uhr wieder los - diesmal in Richtung Süden. Das nächste Ziel ist der Salt Creek, ein kleiner Bach, der nur einige hundert Meter lang ist, bevor er im Wüstensand versickert. Dieser Bach hat eine weltweite Besonderheit: in ihm lebt eine Fishsorte, die sonst weltweit nirgends vorkommt! Diese Fische haben sich der Änderung ihrer Umgebung vom Süßwassersee zum Salz- wasserbach (mit einer durchschnittlichen Breite von 50 cm, einer Wassertiefe von 10 cm und dem dreifachen Salzgehalt des Ozeans) anpassen können. Umso unverzeihlicher ist es, daß offensichtlich irgenwelche Rowdies mit ihren 4x4 Fahrzeugen durch den Bach gefahren sind! Eine weitere Besonderheit ist die Tatsache, daß der Bach unter Meereshöhe entspringt und vesickert! Große Teile des Death Valley liegen ja niedriger als Meereshöhe. Die Fische sind im flachen Wasser leicht zu sehen: zwischen 3 und 5 Centimeter lang. Leider haben sich nicht nur die Fische den geänderten Lebensbedingungen angepaßt, sondern auch die Stechmücken, daher bleiben wir nicht sehr lange in dieser Gegend und gehen zurück zum Auto. Der nächste Stop ist das Furnace Creek Visitor Center. Hier informieren wir uns über die Enstehung des Valley und die Geschichte der Namensgebung. Da es bereits 16 Uhr ist, können wir nun nicht mehr die alle geplanten Ziele anfahren, sondern müssen die Route verkürzen. Eingentlich hatten wir geplant noch bis zu Dantes View hochzufahren - hier hat man von knapp 1700 Metern Höhe einen Ausblick über große Teiles des Death Valley - aber das ist jetzt zu weit.
Wir fahren daher nur noch Zabriskie Point, den Twenty Mule Team Canyon und Artists Drive an, bevor wir nach Badwater weiterfahren, dem tiefsten Punkt der Vereinigten Staaten: 85,5 Meter unter dem Meeresspiegel! ![]() Badwater - tiefster Punkt der USA: 85,5 Meter unter dem Meerespiegel ![]() Kurzer Spaziergang in den Salzsee bei Badwater Anschließend fahren wir zügig nach Shoshone weiter und checken um 20:15 Uhr im dortigen Motel ein. Da wir sehr hungrig sind gehen wir noch zum Essen in das einzige Restaurant des Ortes (70 Einwohner). Gegen 22 Uhr gehen wir zu Bett.
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