Donnerstag 6. Mai 2004
(zurückgelegte Wegstrecke: 0 Meilen)

Michaela hat schlecht geschlafen, da sie sich mehrmals aufgedeckt und dadurch gefroren hat - sie behauptet natürlich ich hätte ihr die Bettdecke weggezogen, was natürlich völlig an den Haaren herbeigezogen ist.

Außerdem hatten wir in der Nacht Besuch von einem Bären im Lager. Wir sind einmal von lautem Krachen aufgewacht und hatten schon befürchtet, daß der Bär gleich in unsere Hütte kommt. Am nächstn morgen erfahren wir dann daß der Bär "nur" die Vorratskiste unseres Nachbarn aufgebrochen und einige Büchsen Bohnen geknackt hat.

Wir stehen um 8 Uhr auf und frühstücken Kellogs Frosties. Anschließend gehen wir zur Bushaltestelle und fahren zu Haltestelle Happy Isles. Hier ist der Trailhead zu Vernal Fall und Nevada Fall, unserem heutigen Ziel. Der Trail den wir für den Aufstieg gewählt haben hat den Namen sprechenden Namen Mist Trail - was darauf schließen läßt, daß er teilweise im Nebel des Wasserfalls entlang führt.

Auf dem Weg zum Vernal Fall
Auf dem Weg zum Vernal Fall

Der Trail ist zunächst sehr einfach und verläuft entlang eines Baches. Nach der Vernal Falls Bridge zieht der Trail aber plötzlich sehr an und wird deutlich steiler. Kurz vor dem eigentlichen Vernal Wasserfall wird dann klar, woher der Trail seinen Namen hat - bzw, daß dieser Name den Tatsachen bei weitem nicht gerecht wird: wir kommen uns vor, als ob wir in einem mittleren Regenschauer stehen würden. Zum Glück haben wir von Entgegenkommenden Einweg-Regenkleidung bekommen - unsere eigene haben wir nämlich schlauerweise im Camp vergessen.

Auf dem Mist Trail
Auf dem Mist Trail

Regenbogen vor Vernal Fall
Regenbogen vor Vernal Fall

Der Weg seitlich den Wasserfall hinauf ist dagegen völlig trocken. Der Nebel weht nur in Richtung Tal durch das Bachbett. Oben am Wasserfall befinded sich ein Bassin mit dem klingenden Namen Emerald Pool.

Michaela am Kopf des Vernal Falls
Michaela am Kopf des Vernal Falls

Blick zurück auf den Mist Trail
Blick zurück auf den Mist Trail

Nach einer kurzen Pause am Kopf des Wasserfalls gehen wir weiter den Bach entlang zum Nevada Fall. Obwohl der Trail immer noch den Namen Mist Trail trägt ist hier nun aber kaum mehr Feuchtigkeit spürbar. Der Weg führt in steilen Serpentinen über in den Fels geschlagene Stufen nach oben.

Aufstieg zum Nevada Fall
Aufstieg zum Nevada Fall

Schließlich erreichen wir den Kopf des Nevada Fall und machen Mittagspause. Wir setzen uns an das Ufer des Baches und ich ziehe die Schuhe aus und wate ins flache Wasser - es ist eiskalt! Unverkennbar, daß es sich hier hier um Schmelzwasser handelt.

Pause am Flußufer oberhalb des Nevada Falls
Pause am Flußufer oberhalb des Nevada Falls

Nach einer halben Stunde Pause - wir haben uns etwas in die Sonne gelegt - überqueren wir den Bach über eine Brücke oberhalb des Kopfes des Nevada Fall. Nun machen wir uns auf der anderen Seite des Baches entlang des John Moir Trails auf den Rückweg. Der Trail zieht sich auf halber Höhe einer steilen Felswand entlang nach unten. Der Blick zurück zeigt uns ein schönes Bild des Nevada Fall.

Phantastischer Blick auf den Nevada Fall vom John Moir Trail
Beim Rückweg über den John Moir Trail haben wir einen phantastischen Blick auf den Nevada Fall

Bach am Wegesrand
Ein Bach am Wegesrand

Dieser Trail ist etwas länger als der Weg, den wir hochgekommen sind. Ab der Verdal Falls Bridge vereinigen sich die beiden Trails wieder. Da wir jedoch keine Lust haben, denselben Weg wieder zurückzugehen, den wir hochgegangen sind, beschließen wir einem Pferdetrail zu folgen. Gegen 16 Uhr erreichen wir schließlich wieder das Tal und fahren mit dem Bus zum Lower Yosemite Fall, Hier machen wir einen weiteren kurzen Hike zum Fuß des Wasserfalls.

Lower Yosemite Fall Lower Yosemite Fall
Zum Abschluß machen wir noch einen kurzen Hike zum Fuß des Lower Yosemite Fall

Danach fahren wir ins Housekeeping Camp zurück und legen uns noch eine halbe Stunde an den Strand vor unserer Hütte und genießen die Sonne.

Nach einer heißen Dusche kochen Suppe und braten Würste am Lagerfeuer. Danach schreibe ich wieder kurz Tagebuch und gegen 21 Uhr gehen wir erschöpft ins Bett.