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Samstag 30. Oktober 1999
(zurückgelegte Wegstrecke: 162 km) Heute ist das Wetter besser. Um 9:00 Uhr fahren wir los. Die Fahrt geht weiter über eine steinige Piste der Pflanzenwuchs wird immer seltener und schließlich geht die Landschaft in eine endlose unbewachsene Steinwüste über. ![]() ![]() Nur widerstandsfähige Pflanzen, wie diese Bitterkürbisse können hier überleben ![]() Die Tuareg machen sich einen Salat aus frischem Gemüse ![]() ![]() Tropfen aus geschmolzener und wiedererstarrtem Kalkstein Dieter erklärt uns, warum wir hier in der Sahara nur sowenig Pflanzen finden: Die Sahara ist geologisch gesehen ein sehr junge Wüste, gerade mal ein paar tausend Jahre alt. In dieser kurzen Zeit hatten die Pflanzen noch keine Zeit sich an das Leben in der Wüste anzupassen. In der Namib dagegen, die wesentlich älter ist, haben wir sehr viele verschiedene Pflanzensorten gefunden, die sich an das Leben in der Wüste optimal angepaßt hatten (z.B. Flechten und die berühmte Welwitschia Mirabilis). Wenn man in der Sahara dagegen auf Pflanzen stößt, dann kann man sicher sein, daß nicht alzuweit darunter ein unterirdischer Wasserlauf zu finden ist von dem diese Pflanzen ihre Flüssigkeit beziehen kann. Wir wollen auf einem niedrigen Seitenhang einer großen Düne kampieren und fahren mit Schwung die Flanke hinauf. Der Sand ist jedoch so weich, daß wir - einmal angehalten - nicht mehr anfahren können. Wir müssen unsere Autos daher hangabwärts anschieben und noch einmal ohne Halt bis zum endgültigen Lagerplatz fahren. ![]() ![]() Erst beim zweitenmal schaffen wir die Anfahrt zum endgüligen Lagerplatz ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Nach dem Aufbau der Zelte machen wir eine Dünenbesteigung ![]() Nach dem Abendessen werden wir von den Tuareg zum Tee eingeladen. Wir sitzen im Kreis um das Lagerfeuer der Tuareg herum und beobachten die Ibrahim bei der Teezeremonie: In einer der beiden Kännchen werden grüne Teeblätter gekocht und anschließend durch Zugabe von Zucker und mehrfaches Umleeren zwischen der zweiten Teekanne und einer Blechbecher fermentiert, so daß der bittere Geschmack des Tees verschwindet. In der anderen Kanne wird inzwischen der zweite Aufguß der Teeblätter gekocht. Der durch das Umleeren entstehende Zuckerschaum wird in die Teegläser gegossen und anschließend wird der fermentierte Tee noch einmal auf dem Feuer zum Kochen gebracht, bevor er serviert wird. Üblicherweise wird der Tee von den Tuaregs drei mal aufgegossen. Den 1. Aufguß bezeichnen die Tuaregs als "bitter wie das Leben", den 2. Aufguß als "stark wie die Liebe" und den 3. Aufguß als "süß wie der Tod". Hierin sieht man schon die Lebenseinstellung der Tuareg: Das Überleben in der Wüste ist ein einziger großer Überlebenskampf - daher bitter. Und für die Tuareg ist der Tod nicht mit Schrecken verbunden, sondern es ist ein willkommener Abschluß eines erfüllten Lebens. Heute gehen wir sehr früh zu Bett, da wir schon müde sind. |