Mittwoch 27. Oktober 1999
(zurückgelegte Wegstrecke: 223 km
Um 7:40 stehen wir auf (wir habe die Uhren ja um eine Stunde vorgestellt) und frühstücken. Dabei verbrauchen wir unter anderem unseren letzten Müslivorrat. Kurz vor zehn fahren wir los.

Mittags kommen wir an einem Wasser-Bassin vorbei. Wir halten und füllen alle unsere Kanister auf, denn Dieter weiß, daß dies für lange Zeit die letzte Stelle mit wohlschmeckendem Wasser ist. Wir müssen jeden Kanister einzeln an einem Wasserhahn füllen, aus dem das Wasser nur sehr spärlich rinnt. Sicherheitshalber sterilisieren wir das Wasser mit Micropur. Ganz zum Schluß nutzen wir die Gelegenheit um uns die Haare zu waschen. Wer weiß wann wir wieder dazu kommen werden...


Letzte Gelegenheit zum Wasservorräte aufstocken...


... und Haare waschen!

Nalut liegt oben an einem Berg. Um dorthin zu kommen müssen wir eine lange Serpentinenstrecke hochfahren. Die Straße ist richtig in den Berg hineingeschnitten worden. An den Wänden der Bergseite sind arabische Texte geschrieben. Wir können nur die Schönheit dieser Schrift bewundern. Lesen können wir sie nicht.


Inschriften in der Serpentinenwand

In Nalut machen wir Rast und wir haben Gelegenheit die verlassene Altstadt von Nalut zu besichtigen.

Durch das Wohnungsbauprogramm von Ghadafi sind für alle Libyer nagelneue Häuser gebaut worden und die Altstädte wurden verlassen.

Wir durchstöbern die alten Wohnungen und haben Gelegenheit ein paar phantastische Fotos zu schießen.

















80 Kilometer hinter Nalut fahren wir in einen kleinen Dünengürtel ein und schlagen unser Lager auf. Die Dünen sind nicht sehr hoch und von vielen Büschen und Gräsern bewachsen, aber wir merken doch, daß es zunehmend trockener und vegetationsärmer wird. Jens und Norbert machen eine Spritztour ins Gelände um Ihre Autos auf Geländefähigkeit zu testen. Wir sehen Sie in der Ferne beim "Dünenspringen". Wir anderen machen - nachdem wir die Zelte aufgestellt haben einen Ausflug zu Fuß ins Gelände. Da die Sonne schon recht tief steht können wir die Dünen bei einer wunderbaren Lichtstimmung beobachten. Das erste Mal mache ich mir Sorgen, ob ich wohl genug Filme mitgenommen habe...


Wohin geht's hier wohl?

Es wird immer windiger und wir kehren ins Lager zurück. Unsere Zelte haben wir ohne Überzelte aufgebaut, denn es ist auch nachts noch sehr warm und mit Regen ist hier ja auch nicht zu rechnen. Durch den Wind müssen wir nun aber unsere Zelte seitlich abspannen. Ohne die dafür vorgesehenen Laschen im Oberzelt keine einfache Aufgabe.


Wo ist wohl der beste Platz für das Zelt...?


Hier heißt es einen kühlen Kopf bewahren!
Ein feuchtes Tuch um den Kopf und man fühlt sich wie im Kühlschrank!


Unser Lager liegt direkt am Rand einer kleinen Dünenkette





Als ich später ins Zelt gehe sehe ich, daß ein langer Dorn ein Loch in den Zeltboden gedrückt hat. Sehr ärgerlich. In Spanien war ich vor Jahren mal darauf angewiesen, daß der Zeltboden dich war, denn da war unser Zelt über Nacht 5 Zentimeter tief eingeregnet - ohne daß es im Zelt naß geworden ist.

Nach dem Abendessen setzen wir uns wieder bei Rotwein zusammen.