Sonntag 14. November 1999
(zurückgelegte Wegstrecke: 168 km)
Heute sind wir um sieben Uhr bereits alle wach. Kein Wunder: durch die Zeitumstellung haben wir ja eine Stunde gewonnen! Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg in Richtung der Insel Djerba.

Wir passieren auf dem Weg dorthin wieder sehr viele Polizeikontrollen. Kein Wunder: wir sind ja auch noch ganz in der Nähe der Grenze. Von diesen werden wir verdutzt gemustert, da im Ausweis vermerkt ist, daß wir bereits gestern über die Grenze gekommen sind und inzwischen noch keine 5 Kilometer zurückgelegt haben. Und das, obwohl zwischen der Grenze und den Polizeikontrollen keine Ortschaften sind.

Unterwegs in Ben Guerdine schaffen wir es schließlich doch noch grünen Tee zu kaufen. Es ist sogar dieselbe Sorte, die die Tuaregs immer dabei hatten. Urspungsland: Indien. Für ein Kilo Tee bezahle ich 3,50 Dinar. Nicht gerade billig (in Libyen hätten wir nur etwa die Hälfte gezahlt, wenn wir rechtzeitig einen Laden gefunden hätten), aber das ist es mir Wert.

Vor dem Römerdamm, der das Festland mit der Insel Djerba verbindet machen wir Rast. In einer kleinen Kneipe kehren wir ein und kaufen uns Sandwiches.




Über den Römerdamm fahren wir auf die Insel Djerba

Gegen 13 Uhr erreichen wir das Hôtel Télémaque, in dem wir heute bleiben wollen. Es gibt Probleme, wegen unserem Schäferhund Willi. Hunde sind in der Hotelanlage nämlich nicht erlaubt. Norbert und Jens fahren schließlich los und suchen ein anderes Hotel, in dem Hunde erlaubt sind. Wir anderen warten derweil in der Lobby, bis die beiden zurück sind. Dieter begleitet die beiden, jedoch ohne Erfolg.

 Das Hôtel Télémaque liegt direkt am Meer 
Schließlich können wir den Manager des Hotels doch überreden, den Hund im Auto auf dem Parkplatz vor dem Hotel zu dulden und an der Leine auf dem Vorgelände, solange einer von uns mit dabei ist.

Nachdem diese Hürde überwunden ist, können wir endlich unsere Zimmer beziehen.

Ich versuche meine Freundin Nicole in Deutschland zu erreichen, aber leider geht wieder mal nur der Anrufbeantworter ran. Wird echt Zeit, daß Sie sich ein Handy zulegt!

Auf dem Zimmer stelle ich mich erst mal für eine halbe Stunde unter die heiße Dusche und wasche nebenbei meine Hose. Karsten geht inzwischen mit den anderen im Meer baden.

Gegen 18:00 Uhr versuche ich noch einmal Nicole zu erreichen und diesmal habe ich Glück! Für das 10 Minuten Gespräch zahle ich 9 Dinar.

Das Abendessen im Hotel ist für unsere Verhältnisse sehr luxuriös: es gibt ein großes Buffet und zum Nachtisch Eis! Den Rest des Abends vergnügen wir uns mit Whisky Cola und den "Siedlern von Catan". Karsten freut sich, daß er endlich wieder mal in den Genuß von Bier kommt - in Libyen war ja Alkohol nicht erlaubt!

Heute gehen wir erst sehr spät zu Bett: Gegen 23 Uhr.