Freitag 12. November 1999
(zurückgelegte Wegstrecke: 594 km)

In aller früh brechen wir auf

Auch heute geht es bereits in aller früh weiter in Richtung Norden.
In Shwayrif ergänzen wir unsere Wasservorräte.

Das Landschaftsbild verändert sich nicht wesentlich. Immer wieder tauchen Kamele am Wegrand auf.

Gegen halb elf machen wir Teepause in Gariyat. Anschließend geht es wieder weiter nach Norden.

Kurz hinter Gariyat verlassen wir das Plateau Hamadat Al Hamrah und fahren auf niedrigem Niveau dem Meer entgegen.

Vor Mizda machen wir Mittagspause.

 
50km/h - arabische Ziffern! Unsere Ziffern werden hier als indische Ziffern berzeichnet
 
Es wird immer grüner und am Horizont tauchen auch immer häufiger Ortschaften auf. Auch der Verkehr wird dichter. Die letzten Dünen dürften wir nun hinter uns gelassen haben. Wir kommen merklich immer mehr in zivilisierte Bereiche.

Immer mehr Polizeiposten wollen uns kontrollieren und am Straßenrand sind auch immer wieder Moscheen.

Schließlich erreichen wir die Vororte von Tarabulus, dem arabischen Namen von Tripolis, der libyschen Hauptstadt. Hier biegen wir in Richtung Westen ab und fahren die Küste entlang.

Am Strand von Sabrata (ebenfalls ein Vorort von Tripolis) bauen wir unser Lager auf. Noch bevor wir unsere Autos ganz entladen haben laufen wir ans Ufer und gehen erst mal baden. Das haben wir uns nach dem langen Wüstenaufenthalt auch redlich verdient!


Töpfereiartikel am Straßenmarkt in Tarabulus (Tripolis)

Das Meer ist nicht sehr sauber - es enthält viele Algen - und stinkt. Dennoch ist es ein erfrischender Genuß. Und mit einer anschließenden Kanisterdusche ist auch der nicht gerade angenehme Geruch schnell wieder abgewaschen.

Bei der Suche nach einem guten Zeltplatz haben wir diesmal ganz neue Probleme zu bewältigen: Große Teile des Ufers sind mit Glasscherben bedeckt und wir müssen uns erst mal eine Stelle suchen, bei der wir nicht Gefahr laufen, daß unsere Luftmatrazen durch den Zeltboden hindurch von einer Glasscherbe aufgeschlitzt werden. Aber auch diese Hürde bewältigen wir.










Hier in der Hauptstadt betreibt Ghadafi aktive Werbung für seine verschiedenen Projekte

Zum Abendessen soll es heute eine Spezialität geben, von der uns Dieter bereits seit Tagen vorgeschwärmt hat: Brathühnchen mit Pommes Frites! Diese Feinschmeckermahlzeit will er in Sabrata, bei einem Restaurant abholen, während wir noch dabei sind die Überzelte aufzubauen. Hier am Strand kann es nämlich durch die Briese vom Meer her empfindlich kalt werden.

Schließlich kommt Dieter mit den Hähnchen wieder. Pommes Frites gabs zwar nicht, dafür sind die Hähnchen aber mit Safranreis gefüllt. Sehr lecker!

Auf dem Meer ziehen schnell dunkle Wolken auf und bald sehen wir ein heftiges Blitzgewitter in nur wenigen Kilometern Entfernung. Bis zu 4-5 Blitzentladungen pro Sekunde können wir beobachten! Leider findet das Gewitter hinter einer dichten Wolkenbank statt, so daß ich keine Fotos schießen kann. So eine Dauerbelichtungsaufnahme eines Gewitters will ich nämlich schon lange mal machen, bisher leider immer ohne Erfolg, da ich entweder keine Kamera dabei hatte oder die Abstände der Blitze selbst für eine Langzeitaufnahme zu groß sind.

Das Gewitter zieht von West nach Ost an uns vorbei, ohne uns in Mitleidenschaft zu ziehen. Über uns ist sogar klarer Sternenhimmel zu sehen! Der Mond ist stark gesichelt, da Neumond erst ein oder zwei Tage vorbei ist. Ich setze mich daher an den Tisch und lese mit einer Petroleumlampe noch etwas. Ulli und Jutta bereiten das Geburtstagsgeschenk für Doro vor.