Mittwoch 10. November 1999
(zurückgelegte Wegstrecke: 92 km)
Wieder beginnt unser Tag um halb acht Uhr morgens. Nach dem Frühstück packen wir unser Gepäck um, da heute der Ausflug an die Mandaraseen ansteht. Dieter wird uns hier nicht begleiten. Ich steige daher bei Jens und Jutta ein, da das Tuareg-Auto mit Moni und Karsten schon gefüllt ist. Ich sitze hinter dem Fahrersitz auf dem Radkasten und darf mit Willi um einen guten Platz buhlen. Dieser ist aber überraschend freundlich, obwohl ich ihm hier ja schließlich seinen angestammten Platz streitig mache.

Es geht 22 Kilometer quer durch die Dünen. Inzwischen sind die Fahrer an solches Gelände schon gewöhnt und meistern die Strecke glänzend. Nur hin und wieder, bei besonders steilen Stellen, die nur mit viel Anlauf genommen werden können kommt unser Tross ins Stocken.


Manche Dünen können nur mit viel Anlauf genommen werden

Nach ca. 1,5 Stunden kommt hinter einer hohen Düne plötzlich ein dichter Palmenwald in Sicht: Der Mandara See. Einer von 21 Seen, die unter dem Namen Mandara Seen zusammengefaßt werden.

Direkt am Ufer liegt die Siedlung Madara, die 1990 aufgegeben wurde. Der Mandarasee selber ist aber leider ausgetrocknet. Wir fahren daher weiter zum See "Umm el Ma" (auf deutsch: Mutter des Wassers), der 3 Kilometer weiter entfernt liegt. Dieser enthält auch tatsächlich Wasser! An einem Ende des Sees ist eine Stelle, an der wir problemlos bis zum Wasser hinunter gehen können. Hier lagern wir.


Der See "Umm el Ma" ist im Gegensatz zum Mandara See nicht ausgetrocknet

Ich gehe gleich hinunter ans Wasser. Am Ufer laufen viele Ameisen herum und auf der Wasseroberfläche tummeln sich Millionen von Fliegen und Mücken. Ich lasse mich davon aber nicht abschrecken und teste den Geschmack des Wassers. Es ist extrem salzig! Am Ufer und an der Wasseroberfläche allgemein ist der See überraschend kalt! Ich gehe tiefer hinein ins Wasser und hier ist es deutlich wärmer. Man spürt die heißen Quellen. Ich springe schließlich vollständig ins Wasser und tauche unter.

Es ist wirklich sehr salzig! Man kann bequem auf dem Wasser liegen, ohne unterzugehen. Die Beine haben ständig das bestreben wieder aus dem Wasser aufzutauchen. Ich komme mir vor wie eine paddelnde Schildkröte.


Der See ist so salzig, daß man Schwierigkeiten hat beim Schwimmen die Füße unter Wasser zu drücken

Ich will die anderen animieren auch ins Wasser zu kommen, denen mißfällt aber das viele Getier auf der Wasseroberfläche (Fliege, Mücken, Mückenlarven, ...) so bleibt mir der Genuß alleine.

Später gehe ich noch ein weiteres Mal ins Wasser und diesmal ist immerhin Jens bereit mich zu begleiten. Er dreht aber nur eine kleine Runde und geht sehr schnell wieder an Land. Weichei!

Am Ufer essen wir zu Mittag. Anschließend gehe ich ein letztes Mal ins Wasser und dusche mir schließlich mit dem mitgebrachten Wasser die Salzkruste vom Körper. Anschließend gehts zurück Richtung Germa.



Während einer kurzen Rast auf der Rückfahrt fange ich mit den Händen eine winzig kleine Eidechse ein.

Wir suchen wieder den Campingplatz vom Vortag auf. Moni und ich duschen hier noch einmal - irgendwie bin ich beim Duschen am "Umm el Ma" doch nicht die ganze Salzkruste losgeworden und die Haut spannt dadurch sehr.


Während einer Toilettenpause fange ich diese kleine Eidechse ein

Danach genießen wir Cola und Tee.

Um 16 Uhr fahren wir zum Markt. Ich kaufe mir zwei Teekannen und Teegläser wie die Tuareg sie verwenden um zu Hause einen echten Tee nach Tuareg-Art brauen zu können. Norbert übernimmt das Handeln und so zahle ich schließlich für die beiden Kannen und 6 Teegläser nur 15 Dinar.

Um 17 Uhr fahren wir wieder unser Lager vom Vortag an.

Zum Abendessen gibt es heute Salat mit Gurken und Tomaten sowie Bratkartoffeln mit Fleischsoße.

Dieter fängt eine Heuschrecke. Diese sieht im Prinzip genauso aus, wie ihre deutschen Verwandet, nur daß sie ganz Gelb ist und daher vor dem Hintergrund des Sandes nahezu perfekt getarnt ist.

Gegen halb zehn gehen wir zu Bett sicherheitshalber baue ich heute das Oberzelt auf, da Dieter meinte es könne einen Sandsturm geben.

Gegen 22 Uhr mache ich einen abschließenden Ganz zur Toilette und stelle fest, daß es absolut klaren Himmel hat und sehr warm ist. Daher nehme ich meine Matraze und ziehe ins Freie um. Der Himmel als Zelt reicht mir heute!