Samstag 6. November 1999
(zurückgelegte Wegstrecke: 92 km)
Ich wache kurz nach sieben gut ausgeruht und entspannt von selber auf, als die ersten Sonnenstrahlen mich an der Nase kitzeln. Beim Frühstück überreichen wir Jens sein Geschenk. Er freut sich riesig darüber und lobt vor allem den künstlerischen Aspekt. Dieter überreicht Jens sogar eine seiner heiligen Bierdosen als Geschenk. Wahrlich ein großes Opfer!

Pünktlich um 9 Uhr fahren wir los. Auch heute fahren wir weiter durch die zerklüfteten Hänge des Tatrart Gebirges. Natürlich stehen auch heute wieder viele Felszeichnungen auf dem Programm. Aber auch die vom Wind in die Felsen geschliffenen Muster sind sehr faszinierend.

Wir fahren durch einen Tunnel, den das Wasser vor vielen tausend Jahren als hier noch keine Wüste war, in den Fels gebrochen hat. An der Decke dieses Tunnels sehen wir versteinerte Baumstämme, die von den Wassermassen freigelegt worden sind und nun drohend über unseren Köpfen hängen.


Aus der Decke des Tunnels ragen versteinerte Baumstämme heraus

Auch im Anschluß kommen wir an vielen weiteren wunderschönen Gesteinsformationen vorbei.




unterwegs im Tatrart

Unsere Mittagspause machen wir bei einem gigangischen Torbogen, der ein häufiges Motiv auf den seltenen libyschen Postkarten ist. Nach dem Mittagessen umfahren wir den Torbogen und besteigen auf seiner Rückseite eine Düne um den Bogen aus der Nähe zu fotografieren. Der Bogen erinnert sehr an die Bögen im Arches National Park in den USA.

Danach gehts weiter durchs Tatrart. An einem kleinen Gebirge wir halt und besteigen den Gipfel. Von oben haben wir einen phantastischen Ausblick über die Umgebung.


Vom Gipfel aus genießen wir den Ausblick

Während wir mit Dieter einen kurzen Abstecher ins Geländer machen verschwindet plötzlich das Auto mit unseren Tuareg Guides und Moni und Karsten. Wir fahren ein ganze Strecke ohne ein Spur von den anderen zu entdecken. Schließlich wenden wir und fahren zurück. Zufällig entdecken wir sie dann wieder: Sie warten hinter einer Felsformation auf uns. Da haben wir echt nochmal Glück gehabt!









Kurze Zeit später lagern wir auf einer Anhöhe. Uns bietet sich eine phantastische Aussicht und später ein wunderschöner Sonnenuntergang.

Plötzlich gibt es Tumult: Zwei Meter von Willi entfernt springt eine junge Katze zwischen den Steinen hervor. Keine Wildkatze, sondern eine typisch europäsche Hauskatze, höchstens ein paar Wochen alt! Willi ist nicht zu halten und springt sie an. Tatsächlich erwischt er sie sogar. Erst nachdem Jens ihn mit harschen Worten zur Raison bringt und ihn fest am Halsband nimmt läßt er schließlich von ihr ab und die kleine kann völlig verschreckt in die Felsen entkommen... Als ich ihr folgen will macht sie einen riesigen Buckel (größer als die ganze Katze) und knurrt mich wütend an. Sosehr ist ihr der Schreck in die Glieder gefahren.

Im Laufe des Abends kommt sie immer wieder in die Nähe des Lagers - wir merken es daran, daß Willi immer wieder unruhig umher läuft und wild zu bellen anfängt. Noch einmal gibt sie ihm aber nicht die Gelegenheit sie zu schnappen.


Sonnenuntergang im Lager

Langsam gehen die Vorräte zur Neige. Wir werden wohl bald wieder frisches Gemüse einkaufen müssen. Zum Abendessen machen wir heute Nudelsuppe und Kartoffelpuffer mit Apfelmus. Für den mehr die Schärfe gewohnten Gaumen gibts anstelle von Apfelmus angebratene Tomaten und Zwiebelringe. Dieter ist nicht sehr glücklich mit dieser Lösung. Er hätte lieber etwas herzhaftes gehabt. Uns anderen dagegen schmeckt es super.

Danach gibts wieder den obligatorischen Rotwein und Dieter gönnt sich sein ebenfalls obligatorisches Bier.

Gegen 21:30 gehen wir schließlich zu Bett.