Freitag 5. November 1999
(zurückgelegte Wegstrecke: 37 km)
Um kurz nach sieben wache ich auf. Heute ohne Wecken! Schnell wird gefrühstückt und das Fahrzeug für die Abfahrt fertig gemacht. Anschließend packen wir noch unsere Tagesrucksäcke. Heute ist nämlich eine Ausflug zu Fuß durch das Gebirge geplant. Ich packe 2 Liter Wasser, ein paar Müsli-Riegel, eine zweite Hose und Toilettenpapier ein.




Für Schäferhund Willi ist in halber Höhe Schluß. Wir anderen genießen von oben die Aussicht

Um 9 Uhr gehts los, direkt auf eine steile Felswand zu, die wir erklimmen müssen. Etwa auf halber Höhe ist für Willi den Schäferhund Endstation. Hier kann er nicht mehr weiter, es ist zu steil. Ibrahim schickt uns daher alleine bis hoch auf das Plateau und kehrt mit Jens und Willi um, um einen andere Route auf das Plateau zu suchen.


unterwegs

Nach einer viertel Stunde stoßen die drei wieder zu uns und wir beginnen unsere Tour über das Plateau. Ibrahim zeigt uns eines der versteckten natürlichen Wasserbassins, Guelta genannt, die den Tuaregs im Tatrart das Überleben sichert. Das Bassin sieht eigentlich sehr klein aus, aber Ibrahim versichert uns, daß das Wasser hier 6 Meter tief ist und das ganze Jahr über Wasser liefern kann.




Eines der Wasserbassins, die für die Tuaregs lebenswichtig sind

Unsere Tour geht weiter. Inzwischen steigt die Sonne langsam immer höher und es beginnt unangenehm warm zu werden. Als wir kurz Rast machen entdecken wir, daß wir mitten in einem großen Gebiet voller Versteinerungen haben. Begeistert suchen wir die schönsten Stücke zusammen. Die allerschönsten davon stopfe ich in meinen Rucksack. Das zusätzliche Gewicht (sicherlich 10 kg) macht sich schon bald unangenehmt auf meinem Rücken bemerkbar. Und wir haben noch 2 Stunden Marsch vor uns! Aber jetzt will ich die schönen Stücke auch nicht mehr wegschmeißen. So schleppe ich den schweren Rucksack eben stundenlang bei prallem Sonnenschein durch die Wüste...

Kurz vor Ende des Trails kommen wir noch einmal durch ein Feld mit Versteinerungen, diesmal aber ein Feld mit versteinertem Holz. Hier scheint ein ganzer Wald versteinert worden zu sein. Zum Glück für meinen Rücken sind die einzelnen stücke aber bereits so verwittert, daß es sich nicht rentiert einzelnen Stücke als Souveniers mitzunehmen.



Gegen 13:00 Uhr sind wir wieder zurück im Lager und machen erstmal Mittag. Nach dieser Tour sind wir alle sehr hungrig.

Nach dem Mittagessen fahren wir los, weiter durch das Tatrart-Gebirge und vorbei an weiteren Felszeichnungen Eine der Höhle ist besonders beeindruckend: Hier haben Millionen von Wespen die Wände in ein einziges großes Wespennest verwandelt. Allerdings ist dies wohl schon eine Weile her, denn als wir sie besichtigen können wir keine einzige Wespe entdecken.


unterwegs

Ein paar Kilometer weiter kommen wir an einer der berühmtesten Felsformationen Libyens vorbei, einem riesigen Felsdom mit dem Spitznamen "Elefantenfüße". Diese gigantische Felsformation erinnert von unten tatsächlich an die Beine eines riesigen Elefanten.


Die berühmten Elefantenfüße

In einem großen Sandfeld schlagen wir schließlich für heute unser Lager auf, nachdem Ali und auch Dieter einmal festgesessen sind und nur mit anschieben wieder freigekommen sind.

Heute gibt es zum Abendessen Ravioli mit Tortellini und Salat. Nach dem Abendessen wird Jens beschäftigt damit wir sein Geburtstagsgeschenk vorbereiten können: Jeder malt "seinen" Hamster und ich zeichne zusätzlich noch den Landrover. Dann wird das ganze zu einer Collage zusammengeklebt und mit seinem eigentlichen Geschenk, einem Tuareg-Dolch-Brieföffner verziert. Danach darf Jens wieder zu uns stoßen, zum Rotwein. Unsere Tuareg erhalten Besuch vom Guide einer französischen Gruppe. Dieser hat als "Haustier" eine Echse, die von ihm als "Stachelschwanz" bezeichnet wird. Als Willi ihm zu nahe kommt bringt er sein Haustier jedoch lieber im Auto in Sicherheit.

Heute ist es ganz windstill und ich beschließe daher heute im Freien zu übernachten. Also raus aus dem Zelt mit der Luftmatraze und dem Schlafsack und ab in den Sand damit. Es ist kein Mond am Himmel und natürlich auch sonst kein Streulicht, so daß ich in den einmaligen Genuß eines phantastischen Sternenhimmels komme, bis ich schließlich einschlafe...