Donnerstag 4. November 1999
(zurückgelegte Wegstrecke: 97 km)
Wir stehen um zehn nach sieben auf. Frühstück, Packen und Abfahrt ist inzwischen schon zur allmorgentlichen Zeremoni geworden. Um dreiviertel acht sind wir wieder unterwegs. Unser heutiges erstes Etappenziel ist ein Bassin, an dem wir unsere Wasservorräte auffrischen wollen. Kurz bevor wir dieses erreichen fahren wir in einiger Entfernung an einem Tuaregdorf vorbei. Ein Tankwagen ist bei diesen gerade zu Besuch, der das Dorf mit Trinkwasser versorgt.

Dieter macht mit seinem Auto einen Abstecher in dieses Dorf und Karsten und Moni, die bei ihm im Auto sitzen haben Gelegenheit T-Shirts gegen Pfeilspitzen einzutauschen. Wir anderen fahren schon voraus zum Wasserbassin. Das Bassin ist ein großer Tank, der von der Form her ebenfalls an den Aufsatz eines Tankwagens erinnert.

Ibrahim klettert auf den Tank hinauf und holt mit einem bereitliegenden Eimer Wasser heraus. Wir füllen unsere Wasserkanister und die "Waschmaschine" von Dora auf. Anschließend nutzen wir wieder einmal die Gelegenheit dazu die Haare zu waschen.




Wassertank in der Wüste

Auch heute kommen wir wieder an vielen Felszeichnungen vorbei. Langsam haben wir uns daran sattgesehen. Bei einer dieser "Grafitti"-Wänden machen wir Mittagspause und ich lasse mich von Moni beim Backgammon ausnehmen.

Danach gibts wieder weitere Felszeichnungen. Unsere Guides sind offensichtlich sehr stolz auf diese kulturellen Hinterlassenschaften.





Aus Langeweile wandere ich ein wenig herum und entdecke dabei ein paar hundert Meter entfernt, versteckt hinter ein paar Felsen ein altes Tuareglager, das auch unseren Guides unbekannt ist. Ich hole die anderen und Ibrahim und Ali untersuchen die Hinterlassenschaften der Tuaregs. Dieses besteht aus Sattelzeug für Kamele, Teevorräten und einer Buttermaschine, sowie verschiedenem Kleinkram, die - sicher vor Ungeziefer aufgehängt - dort zurückgelassen worden sind.

Danach geht's weiter durch die bizarre Gebirgslandschaft und sehen weitere Felszeichnungen. Dazwischen immer wieder Tamaschek-Texte, die in der Schrift Tifinar neben den Zeichnungen aufgemalt sind. Tifinar ist eine Schrift, die sich aus 25 geometrischen Symbolen zusammensetzt. Diese Schrift hat keine vorgeschriebene Schreibrichtung. Oft wird von unten nach oben geschrieben, während die nächste Spalte dann von links nach rechts danebengesetzt wird. Oder auch von rechts nach links...




Die extreme Witterung hat bizzarre Felsformationen entstehen lassen

Später suchen wir nach einem schönen Lagerplatz für die Nacht. Als wir schon glauben einen schönen Platz gefunden zu haben taucht plötzlich ein Rudel Italiener mit ihren Fahrzeugen auf. Diese führen sich auf wie Barbaren und springen mit ihren schnellen kleinen Geländewägen links und rechts von uns über die Dünen und dröhnen hochturig durchs Gelände und stauben uns bei dieser Gelegenheit kräftig ein. Wie die Halbstarken...



Wir beschließen uns einen ruhigeren Ort zu suchen. Zum Glück ist schon ein paar Kilometer weiter eine andere schöne Stelle, an der wir ungestört Lager machen können.

Moni und ich klettern wieder auf den lokalen Gipfel und haben so Gelegenheit ein Foto von unserem Lager aus der Vogelperspektive zu schießen. Eine phantastische Aussicht!


Ibrahim läd uns wieder zur Teezeremonie ein

Wir sind inzwischen bereits im Tatrart, das Gelände ist also nicht mehr vulkanisch, sondern Sandstein.


Am Lager zieht ein Touristenkarawane vorbei

Zum Abendessen gibt es heute wieder einmal Ratatouille, da die Auberginen dringend verbraucht werden müssen.

Danach ... - ... wieder einmal Rotwein!