Dienstag 2. November 1999
(zurückgelegte Wegstrecke: 300 km)
Um halb acht stehen wir auf und gehen zu den Autos. Dieter hat schon alles fürs Frühstück rausgeräumt. Er hat ja heute Geburtstag, wir tun aber so als ob wirs vergessen hätten. Zunächst räumen wir unsere Strohhütten und setzen uns dann an den Tisch. Jetzt erst bringt Ulrike das Geschenk für Dieter: eine Stange Marlboro aus Norberts Beständen und 50 Peperoni in rot und grün, als Girlande daran befestigt. Und natürlich eine Kerze. Dieter freut sich vorallem über die Zigaretten.

Nach dem Essen fahren wir als erstes zur Tankstelle um unsere Tanks und Reservekanister vollzutanken.

Um 10:20 gehts dann ab in Richtung Ghad (wird Rhad ausgesprochen). Unterwegs kommen wir an zwei Polizeikontrollen vorbei. Wir befürchten schon längere Diskussionen, da Omar ja unsere Ausweise zum abstempeln mitgenommen hat. Es gibt aber keine Probleme: Die Polizisten sind von Omar schon informiert worden und winken uns freundlich durch. Um 11:45 kommen wir endlich in Ghad an. Auch hier steuern wir als erstes die Tankstelle, diesmal aber nicht wegen Diesel, sondern wegen Wasser.


Die Strasse hat auch schon bessere Tage gesehen. Wir fahren lieber auf dem Seitenstreifen

Die Tankstelle hat jedoch kein fließendes Wasser, sondern nur einen Ziehbrunnen. Wir fahren daher weiter in den Ort hinein bis zum Hotel Tasili und füllen hier unsere Wasservorräte auf. Dazu müssen wir unsere Kanister quer durchs Hotel schleppen, da der öffentliche Wasserhahn auf dem Hinterhof des Hotels ist.

Das Hotel ist richtig luxoriös: es hat sogar eine französische Toilette. Welch ein Luxus!

Nachdem wir das Wasser aufgefüllt haben und auch unser selber mit Flüssigkeit versorgt haben (die Hotelbar hat einige Büchsen Cola eingebüßt), gehen wir auf den Markt um ein Geschenk für Jens zu besorgen, unser nächstes Geburtstagskind. Aber das ist ein Reinfall: es gibt nur Haushaltsartikel und Plunder.


In der Altstadt von Ghad

Wir beschließen daher die Altstadt zu besichtigen. Die Altstadt von Ghat ist bei weitem nicht so gut erhalten wie die von Ghadames, allerdings immer noch besser als die Altstadt von Nalut. In einigen Gebäuden haben sich Silberschmiede eingerichtet, die Tuareg-Schmuck herstellen und an die Touristen verkaufen. Der Schmuck ist wunderschön, aber sehr teuer. Wir versuchen dardurch, daß wir unsere ganzen Wünsche zusammennehmen einen günstigeren Preis zu erhandeln. Ich entscheide mich für eine kleine silberne Antilope, die ich meiner Freundin als Geschenk mitbringen will. Durch die "Sammelbestellung" komme ich letztendlich auf einen Preis von 30 Dinar (=30 DM).

Auf dem Rückweg zum Hotel kommen wir an einem Gemüsemarkt vorbei und kaufen frisches Obst für das Abendessen ein. Um 14:00 Uhr treffen wir uns alle beim Hotel und packen die Frühstückskiste aus und machen Mittag. Wir plündern dazu erneut die Hotelbar und genießen den Luxus von eiskalter Cola.

Eine halbe Stunde später machen wir uns auf den Rückweg Richtung Serdeles. Allerdings fahren wir nicht bis in den Ort hinein, sondern lassen kurz vorher Luft aus unseren Reifen und biegen nach Norden von der Straße ab, zum nahegelegenen Dünengürtel. Hier machen wir Lager.




In den Dünen unweit der Straße schlagen wir unser Nachlager auf

Unser Zelt fliegt fast weg und muß Sandheringen abgespannt werden. Dieter darf sich heute -

Obstsalat in der Melone
an seinem Geburtstag - wünschen, was es zum Abendessen geben soll: Er entscheidet sich für Spaghetti mit Hackfleischsoße und Tomaten. Dazu machen wir Obstsalat mit Äpfeln, Bananen, Wassermelone und Rosinen. Angerichtet wird das ganze in der ausgehöhlten Wassermelone. Danach setzen wir uns am Lagerfeuer zusammen. Zunächst habe ich bezweifelt, daß wir das Feuer bei diesem Sturm überhaupt anbekommen, aber Dieter schafft es mit links. Dazu gibts wieder Rotwein. Richtig romantisch. Da der Sturm immer noch nicht nachgelassen hat müssen wir uns auf Stühlen um das Lagerfeuer herum setzen, da der Wind uns sonst in Bodennähe den Sand zu sehr ins Gesicht wehen würde.

Nachdem das letzte Holz nachgelegt und das Feuer ganz heruntergebrannt ist gehen wir gegen 23:00 Uhr zu Bett.