Montag 1. November 1999
(zurückgelegte Wegstrecke: 220 km)
Moni weckt uns morgens um 6:45 Uhr zur Dünenbesteigung, damit wir den Sonnenaufgang vom Dünenkamm bewundern können. Es ist ein toller Anblick. Um halb acht sind wir wieder im Lager und frühstücken. Kurz vor zehn fahren wir los über eine endlose abwechslungslose Steinpiste. Was für ein Unterschied im Vergleich zur gestrigen Strecke...

Zur Mittagszeit erreichen wir eine Polizeistation mitten in der Pampa. Die Polizisten begrüßen uns - oder genauer gesagt unsere Guide - hoch erfreut. Offensichtlich sind sie über diese Abwechslung ihres langweiligen Tagesablaufs sehr dankbar.


Wasser fassen am Ziehbrunnen vor der Polizeistation

Vor der Station ist ein Ziehbrunnen, an dem wir unsere Wasservorräte ergänzen. Die Polizisten haben eine Kameldame eingefangen und an den Brunnen gebunden. Ihr Junges läuft ganz aufgeregt um sie herum, während das Männchen sich in größerer Entfernung aufhält. Die Polizisten ärgern das Jungtier, was das Muttertier mit lauten Geschrei quittiert. Das Männchen wird durch dieses Geschrei so verschreckt, daß es die Flucht ergreift. Mir mißfällt diese Tierquälerei.



Wir nutzen die Gelegenheit Wasser zufassen und füllen unseren Kanister wieder auf. Danach geht's weiter. Auf einem Hochplateau essen wir zu Mittag.


Diese Kanonenkugeln hat die Natur geschaffen: gewaltige erstarrte Magmatropfen

Ca. 15 Kilometer vor unserem heutigen Tagesziel, Serdeles, haben die Tuaregs erneut eine Reifenpanne. Wir warten, bis der Reifen gewechselt ist und erreichen Serdeles schließlich gegen 17:30.


Mal wieder eine Reifenpanne



bei der Gelegenheit wird auch gleich getankt


und entspannt

Die Tuareg verabschieden sich von uns, denn morgen werden wir ohne Sie nach Ghad fahren. Erst übermorgen werden die Tuareg wieder zu uns stoßen, wenn wir ins Akakusgebirge fahren.

Als erstes fahren wir ein Restaurant an und trinken Tee. Diesmal erhalten wir allerdings keinen Grünen Tee, wie bei den Tuaregs, sondern einen superstarken Schwarztee, der fast wie Kaffee aussieht und mindestens ebenso stark ist. Ich würge das Zeug hinunter und verspüre anschließend wie mein Herz rast. Da ist mir der Tee der Tuareg doch wesentlich lieber gewesen!

Wir wollen unsere Vorräte aufstocken jedoch finden wir beim örtlichen Händler fast nur schlechtes Gemüse. Nur Gurken können wir kaufen.

Zum Abendessen kehren wir wieder in das Restaurant zurück. Es gibt Gemüsesuppe Salat und Reis mit Hammelfleisch und Soße.
Nach dem Essen taucht plötzlich ein Händler mit einem Bauchladen voller Tuareg Silberarbeiten auf und will uns diese verkaufen. Ich erste eine Tuaregkette. Wir wollen noch tanken, als wir jedoch bei der Tankstelle vorbei kommen sehen wir, daß diese geschlossen hat.

Wir fahren daraufhin zum Campingplatz und beziehen unsere Hütte. Dieter sammelt unsere Ausweise ein, da wir uns in diese von der örtlichen Verwaltung Stempel geben lassen müssen. Eigentlich war das schon für Ghadames geplant gewesen, allerdings war dort ja der Campingplatz geschlossen und dessen Besitzer hatte das in den Vorjahren immer organisiert. Nun muß dies in Serdeles gemacht werden. Dieter kennt hier den Besitzer eines Reisebüros - zu dem übrigens auch die beiden Tuareg Guides sind - und dieser hat sich bereiterklärt für uns die Formalitäten zu erledigen.

Ich trinke noch zwei Cola an der Bar des Campingplatzes und kaufe zwei Postkarten.