Nach einer bitterkalten Nacht genießen wir beim Frühstück die ersten wärmenden Sonnenstrahlen, die
gleichzeitig auch zum Trocknen unserer Leintücher und Matrazen dienen, denn die Zelte waren mal wieder
nicht dicht. Unglücklicherweise bahnt sich eine Ameisenstraße ihren Weg darüber, so daß Moni nichts
ahnend die Viecher ins Zelt schleppt. Zu allem Überfluß entgleitet Karsten bei
Ausschütteln des zweiten
Leintuch und es landet im Dreck.
Wir fahren natürlich auch in Mutare zum Bahnhof, damit Karsten sich seinen Stempel holen kann.
Anschließend geht's ab in Richtung
Eastern Highlands.

Blühender Baobab bei Wengezi Junction
Bei Wengezi Junction biegen wir auf den
Scenic Drive to Cashel ab. Die Gravel Road ist miserabel
und nur mit 20 (max. 30) km/h befahrbar. Moni darf fahren, während Karsten und ich auf dem Wagendach in
der Sonne sitzen und uns den Fahrtwind um die Ohren wehen lassen. Wir genießen die herrliche Aussicht
über eine Landschaft, wie wir sie in dieser Form in diesem Urlaub noch nicht genießen konnten.

Scenic Drive to Cashel
Wir schlängeln uns berauf durch sehr ländliche Dörfer und fühlen uns schon wieder von jeder Zivilisation
befreit, als plötzlich ein
dunkelhäutiger Hitchhiker am Wegrand steht. Moni bietet ihm an mit
uns mitzufahren - sie hofft wohl auf etwas Abwechslung in der einsamen Fahrerkabine. Dieser hat zu uns
Weißen aber sehr wenig vertrauen und steigt erst nach einigem gutem Zureden ein. Im Gegensatz zu seinen
sehr gesprächigen Landsleuten war dieser Schwarze sehr schüchtern und brachte kaum ein Wort heraus.
Moni muß ein richtiges
Frage und Antwort-Spiel veranstalten, um wenigstens ein mäßiges Gespräch
in Gang zu bringen. Die ganze Zeit umklammert er verkrampft seine große Tasche auf seinem Schoß und
will sie trotz Monis Aufforderung partout nicht nach hinten auf den Rücksitz legen.

Toller Name für einen Fluß, oder?
Erst als wir begeistert einigen Dorfbewohnern und Straßenarbeitern zurückwinken, entspannt sich unser Hitchhiker etwas (wahrscheinlich hat er Angst gehabt, daß wir ihn ausnehmen wollen). Auf alle Fälle winkt auch er total stolz aus dem Fenster. So erfährt Moni, daß er ein Bergbauer ist und einige Tage in die 'große'
Stadt Mutare gelaufen war, um Saatgut (Mais) für das nächste Jahr zu kaufen. Jetzt war uns allen klar,
warum er seine Tasche nicht aus den Augen lies. Auf einem Paß lassen wir ihn aussteigen, damit er den
restlichen Weg in sein Tal zu Fuß hinuntersteigen kann. Er bedankt sich zum wiederholten Male.
Schließlich hatten wir ihm fast eine Tag Fußmarsch erspart.
Wir fahren von Cashel in Richtung
Chimanimani. Hier erregen wir als Weiße doch reichlich aufsehen.
Moni kauft sich in einem Shop handgemalte Postkarten kauft. Anschließend fahren wir zum
Bridal Vail
Fall.

Der Bridal Vail Fall
Unser Ziel für heute ist
Chipinge. Hier quartieren wir uns auf dem wohl romantischsten Campingplatz
dieser Reise ein: Aussicht auf einen Stausee, wunderschöner Sonnenuntergang und Christsterne auf dem
Campground. Wir sind in diesem Monat immerhin schon die zweiten Gäste! Der Besitzer des Campingplatzes,
ein Bure mit schwarzen Angestellten (oder Familie?) ist sehr ulkig. Alle überschlagen sich fast vor
Hilfsbereitschaft und fragen alle halbe Stunde nach, ob sie noch etwas für uns tun können. Kaum
erwähnten wir, daß wir planen ein Feuer zu machen, als sie auch schon riesige Mengen trockenes Holz
heranschaffen und mit einem Beil zu handlichen Scheiten verarbeiten.
Wir fühlen uns so richtig wohl. Moni ist vor allem happy, daß wir einmal nicht mitten in einem
Nationalpark sind und sie keine Befürchtungen beim nächtlichen Toilettengang haben muß. Während des
romantischen Sonnenuntergangs und einer ausgezeichneten selbstgekochten Mahlzeit verdunstete unser
"Zambezi-Wasser" und Amarula ziemlich rasch.

Auf dem Campingplatz wachsen Christsterne in Buschform
Moni muß auch prompt nachts auf Toilette. Auf dem Rückweg erstarrt sie plötzlich fast vor Schreck:
Löwengebrüll! Es ist überflüssig zu sagen, daß sie den Rest der Nacht vor lauter Schreck kein Auge zu
machen kann. Am nächsten Morgen fragt sie eine schwarze Angestellte über Löwen in dieser Gegend. Sie
antwortete nicht, sondern lächelte nur wissend. Der Bure dagegen erzählt ihr, daß jenseits des Staudamms
der Nationalpark sei und die Löwen häufig an den See kommen um zu trinken. Wenn sie das vorher gewußt
hätte...
Löwen interessieren sich eben nicht für Nationalparkgrenzen und man sollte sich nie in falscher
Sicherheit wiegen!