Samstag, 17. Oktober 1998
Wir erwachen pitschnaß, da unsere Zelte nicht mehr dichtgehalten haben. Bei genauerer Überlegung war das auch nicht anders zu erwarten, nachdem wir die Zelte im Matopos Nationalpark naß zusammenlegen mußten und dann einen ganzen Tag lang im zusammengelegten Zustand spazieren gefahren sind und sie dann wieder naß aufgebaut haben. Jedenfalls haben sich die Matratzen in eine ziemlich nasse Unterlage verwandelt. Auch unsere Schlafsäcke haben sich voll Wasser gesogen. Und es regnet immer noch. Wie sollen wir da die nächste Nacht nur überstehen, fragen wir uns...?
Außerdem ist es ziemlich kalt und unsere Klamotten fühlen sich auch alle sehr klamm an.


Bei strömendem Regen machen wir uns an den Aufstieg zum Monument

Wir machen uns planmäßig auf den Weg zum National Monument von Zimbabwe: Great Zimbabwe, dessen Architektur in der heutigen Form aus dem 11. Jahrhundert stammt. Es erinnert stark an Machu Pichu in Peru. Das Wort Zimbabwe stammt aus der Sprache der Shona, der Ureinwohner dieser Gegend und bedeutet Steinhäuser. Great Zimbabwe bedeutet also große Steinhäuser. Dieses Monument hat auch als Pate für den Namen des Landes gedient. Früher war Zimbabwe zusammen mit Zambia als Rhodesien bekannt. Nach Erlangung der Souveränität legte sich das Land den neuen Namen zu.


Schlechtes Wetter aber gute Laune: Moni und Simone umgeben von Jacaranda-Blättern

Als Great Zimbabwe entdeckt wurde, fanden die Archäologen in tieferen Schichten Chinesisches Porzelan, ein Beweis dafür, daß die Ureinwohner damals bereits eine Hochkultur hatten, die Handelsbeziehungen nach China unterhalten hat. Zu Zeiten, als in Europa noch die Barbarei vorherrschte.


Das Monument, das Zimbabwe seinen Namen gegeben hat: Great Zimbabwe = Große Steinhäuser


Die Engländer haben diese Säule demontiert, da sie Schätze darin vermuteten.
Niemand kennt ihre tatsächliche Bedeutung.

Andächtig wandern wir durch die Ruinen, die wir dank Nebels nur selten als ganzes überblicken können.

Nach der Besichtigung fahren wir nach Harare, da Simone heute ja zurückfliegen muß. Im Auto drehen wir die Heizung voll auf, um unsere Sachen zu trocknen. In Masvingo im Wimpys (einem Fastfood-Restaurant) essen wir und kaufen einige Souveniers ein. Harare erreichen wir um 15:30 Uhr. Es regnet nicht mehr! Der erste Weg führt uns zum Bahnhof (damit Karsten seine Stempelsammlung vervollständigen kann). Anschließend kaufen wir auf einem Straßenmarkt Batiktücher als Souveniers ein. Für die Nacht haben wir uns quartieren wir uns bei einem Backpacker namens Hillside Lodge ein, da wir erstens im trockenen schlafen wollen und zweitens hoffen, dort unsere nassen Matratzen, Schlafsäcke und Klamotten zu trocknen.


Ein typischer Straßenmarkt in Harare. Ohne Regen!

Anschließend bringen wir Simone zum Flughafen. Hier gehen wir zunächst ins Flughafenrestaurant und gönnen uns ein gemeinsames Abschiedsessen mit Simone. Anschließend geht's zum Abfertigungsschaltern. Simone hat bereits alles Geld ausgegeben und so helfen wir ihr aus, damit sie ihre Flughafentaxe bezahlen kann (damit hatte sie nicht gerechnet). Da geht sie nun hin, unsere wackere Simone, die - wie sie sagt - die nächsten Monate noch von Elefanten träumen wird, und läßt uns allein. Wir werden sie auf der restlichen Weg mit Sicherheit vermissen...


Abschiedsfoto am Flughafen

Etwas betrübt fahren wir zurück zur Lodge und hängen unsere nassen Sachen zum Trocknen auf, bevor wir zu Bett gehen.