Mittwoch, 14. Oktober 1998
Obwohl das Robin's Camp dafür bekannt ist, daß Löwen und Hyänen nachts ins Camp kommen (und das trotz der starken Absicherungen) bleibt es in der Nacht ganz ruhig. Erst morgens, als wir die Zelte zusammenlegen hören wir in der Ferne Löwengebrüll. Wir machen einen zweistündigen Game Walk, in Begleitung eines schwer bewaffneten Rangers (in Zimbabwe wird im Gegensatz zu Botswana weniger auf richtiges Verhalten den Wildtieren gegenüber als mehr auf schwere Bewaffnung vertraut). Außer einem Hasen sehen wir aber praktisch keine Tiere.

Nach dem Gamewalk fahren wir mit unserem Auto weiter durch den Park in Richtung Main Camp. Unterwegs machen wir an verschiedenen Wasserlöchern Rast und beobachten die Tiere (vorzugsweise Elefanten). Am Masuma Dam beobachten wir Elefanten, die sich in einem schlammigen Wasserloch suhlen. Bei genauerer Beobachtung sehen wir in dem Schlammloch riesige Aale! Die Elefanten stört das wenig. Sie wälzen sich in diesem Schlamm und genießen es sichtlich. Die Zebras, die auch gerne an diesem Wasserloch trinken würden, werden durch die Elefanten zu seitlich angelegten Wassertränken abgedrängt. Bei diesem Wasserloch können wir auch einmal eine Zwistigkeit innerhalb der Elefantenfamilie beobachten: Ein junger Elefant genießt gerade ein ausgiebiges Schlammbad, bis ein älterer Bulle die gleiche Idee hat. Daraufhin schiebt der Bulle den jungen Elefanten unter Einsatz seines Rüssels und seiner Stoßzähne einfach aus dem Schlammloch.


Der Elefant stört sich nicht daran, daß es in dem Wasserloch nur so vor Aalen wimmelt...


Die Zebras würden eigentlich auch gerne ans Wasserloch

Hier an diesem Wasserloch gibt es noch eine weitere Seltenheit zu beobachten: Simone liegt völlig entspannt auf einer Bank und beobachtet die Elefanten, die nur wenige Meter entfernt um das Wasserloch streiten. Die sicheren Unterstände in Zimbabwe haben eben auch ihre Vorteile...

Ich fahre zügig auf der immer löchriger werdenden Asphaltstraße entlang, als Simone meint, dies seien ideale Löwenbäume. Und tatsächlich: kaum 5 Minuten später entdecken ihre Sperberaugen ca. 50 Meter entfernt zwei Löwinnen im Schatten liegend!


gut versteckt unter einem Baum: Zwei Löwenweibchen

Während wir die beiden Löwinnen noch beobachten stößt ein weiteres Fahrzeug zu uns und berichtet, daß wir ca. 1 Kilometer vorher an einem weiteren Löwenrudel vorbeigefahren seien. Wir wenden daher und fahren zurück. Wir werden fündig! Gut getarnt im Gestrüpp können wir zwei Löwenmännchen und eine Löwin ausmachen.


Löwenmännchen

Unser nächster Halt ist bei der Shumba Picnic Site, ein weiteres künstliches Wasserloch, an dem sich Elefanten und Zebras aufhalten.

Im weiteren Straßenverlauf begegnen wir Giraffen, die sich an Akazienblättern gütlich tun. Dank ihrer langen biegsamen Zunge können sie die frischen grünen Blätter problemlos zwischen den 5 bis 10 cm langen Dornen herausfischen. Eine kleine Babygiraffe versucht Schritt mit ihrer Mutter zu halten, die bei unserem Auftauchen ins Gebüsch verschwindet. Auf der Flucht vor uns stolpert die kleine Giraffe immer wieder über Baumstämme und seine eigenen Beine. Das Giraffenbaby scheint wirklich erst wenige Tage alt zu sein...

Wenige Kilometer später, an einer künstlichen Wasserstelle sehen wir wieder eine Herde Giraffen.

Giraffen habens nicht leicht, wenn Sie ans kühle Naß wollen

Die nächste Wasserstelle ist Nyamandhlovu Pan. Uns fällt auf, daß es erst kürzlich geregnet haben muß, denn alle Pflanzen haben eine frische grüne Farbe. Es wimmelt nur so vor Touristen und so erinnern wir uns wehmütig an die Einsamkeit Botswana's. Wir können an dieser Wasserstelle Gnu's, Zebras und (wie nicht anders zu erwarten) Elefanten beobachten.

Große Zebra Herde am Wasserloch der Nyamandhlovu Pan

Schließlich erreichen wir das Main Camp und bereiten uns auf die Nacht vor. Ich versuche zu telefonieren, aber es gelingt mir nicht, mit dem Münztelefon eine Verbindung nach Deutschland zu bekommen. Das Geld ist allerdings weg...


Großes Treiben an der Vogeltränke


Maskenwebervögel beim Baden im Main Camp

Wir gehen shoppen und haben anschließend eine längere Diskussion, ob wir heute selber kochen oder lieber "auswärts" essen gehen sollen. Wir entscheiden uns für letzteres und trinken erstmals den einheimischen Amarulalikör, welches aus der Frucht des Amarulabaums gewonnen wird und ähnlich wie Baileys aussieht und schmeckt.