Sonntag, 11. Oktober 1998
Wir stehen, wie inzwischen üblich, wieder in aller Frühe auf und können eine Elefantenherde beobachten, die ganz in der Nähe ihr morgendliches Bad nimmt.

Wir wollen, bevor wir uns in Richtung Kasane auf den Weg machen, noch einen morgendlichen Game Drive absolvieren. Wir fahren deshalb direkt am Chobe River entlang. Hier haben wir die einmalige Chance die vielfältige Vogelwelt des Chobe Nationalparks zu beobachten. Unter anderem sehen wir den Carmine Bee-Eater und einen Schreiseeadler (african fish eagle). Was wir erst zu hause sehen: als wir uns auf den Seeadler konzentrieren entgeht uns auf der anderen Flußseite ein Gepard.


Erst zu Hause bemerken wir, was uns auf der anderen Flußseite durch die Lappen gegangen ist: ein Gepard!

Wir folgen dem Chobe River in Richtung Osten und damit in Richtung Kasane. Als wir eine große Hippo-Kolonie sehen und das Fahrzeug verlassen müssen wir einen Anschiss eines einheimischen Guides über uns ergehen lassen, der uns weismachen will, daß das Verlassen des Fahrzeugs verboten sei. Tatsächlich ist es so, daß ein derartiges Verbot nicht existiert. Natürlich gibt es eine Empfehlung, wegen der wilden Tiere das Fahrzeug nicht zu verlassen, aber das ist keine Vorschrift.
Allerdings verlangen die Reiseveranstalter von ihren Gästen, daß diese im Auto bleiben und dieser Guide hatte wohl keine Lust seinen Gästen zu erklären, warum wir lustig im Freien herumlaufen und diese das nicht dürfen.

Kurz vor Kasane begegnen wir wieder einmal alten Bekannten: Eine riesige Elefantenherde weidet direkt an der Straße. Simone ist nicht sehr begeistert, wir anderen dagegen genießen die Ruhe, die uns diese gewaltigen Tiere vermitteln. Wir können beobachten, wie die Jungtiere von den großen behütet werden. Ganz offensichtlich ist es so, daß nicht nur die Muttertiere auf ihre Jungen aufpassen, sondern daß die Jungen von allen Älteren gleichermaßen behütet werden. Ein Sozialverhalten, daß die hohe Intelligenz dieser Tiere beweist.

Schließlich erreichen wir Kasane und können endlich wieder unsere Tanks auffüllen! Anhand der Füllmenge können wir ermitteln, wie viel Benzin wir noch in den Tanks hatten: ca. 10 Liter! Anschließend gehen wir in Kasane shoppen um unsere stark geschrumpften Vorräte aufzustocken und begegnen erneut unseren Freunden aus Südtirol. Sie haben die Absicht nach Sambia zu reisen, daher verabschieden wir uns von Ihnen, nicht ohne vorher unsere Adressen ausgetauscht zu haben und fahren weiter nach Zimbabwe.


Der Zufall bringt uns immer wieder mit unseren Freunden aus Südtirol zusammen

Nach einem reibungslosen Grenzübertritt (mit äußerst freundlichen Einheimischen) erreichen wir fahren wir auf einer gut ausgebauten geteerten! Straße in Richtung Victoria Falls. Simone fährt und schreckt schon nach wenigen Kilometern zusammen, als neben unserer Straße - wie soll es anders sein - eine kleine Elefantenherde äst. Wir halten ein paar Kilometer später nochmal an, da wir das erste mal den Ground Hornbill sehen.

In Victoria Falls angekommen, spüren wir das erste Mal in diesem Urlaub den Einfluß des Tourismus: Souvenier Shop reiht sich an Souvenier Shop. Zimbabwe ist bei weitem nicht so rückständig wie Botswana, sondern vor allem touristisch bereits sehr gut erschlossen. Landschaftlich zeigt es sich wesentlich grüner als sein trockenes Nachbarland (wenn man vom Okavango-Delta einmal absieht), aber dennoch fehlt uns hier die Unberührtheit, die wir in den letzten Wochen so sehr genießen konnten.

Nachdem wir uns im städtischen Camping Platz eingerichtet haben machen wir uns zu Fuß auf den Weg zu den berühmten Victoria Fällen.

Mosi-oa-Tunya = Donnernder Rauch
nennen die Eingeboren die Fälle, deren Gischt bis zu 500 Meter hoch steigt und bin in 50 Kilometer Entfernung zu sehen ist.

Tiefe: 108 Meter
Länge: 1700 Meter des Zambezi
Breite der Schlucht: 100 Meter

Die Victoria Fälle wurden erst 1855 von Sir David Livingston entdeckt. Kurz vor den Fällen ist ihm zu Ehren ein Denkmal aufgestellt. Und dann endlich stehen wir an den Fällen. Sprachlos stehen wir vor diesem gigantischen Naturwunder...



zu tiefst beeindruckt stehen wir vor diesem Naturwunder

Die Victoria-Fälle bilden die Grenze zwischen Zimbabwe und Zambia. In Zimbabwe ist der Zugang zu den Fällen nur für teures Geld möglich (ca. 20 DM), während der Zugang von Zambia her kostenlos wäre. Schon von weitem hört man die donnernden Wasserfälle. Unzählige Einheimische versuchen uns Souvenirs (geschnitzte Tiere, wie wir sie schon aus Kenia kennen) und Getränke zu verkaufen. Es ist feucht und je tiefer man zu den Fällen hinuntersteigt, desto mehr ähnelt die Landschaft einem Regenwald. Auf der zambesischen Seite sehen wir lebensmüde Touristen, die auf den Klippen herumturnen und erstmals sehen wir auch Bungee Jumping von der Victoria Falls Bridge. Wir sind uns einig: die müssen verrückt sein.


Mosi-oa-Tunya = Donnernder Rauch nennen die Eingeboren die Fälle - verständlich

Wir wandern entlang der Fälle. Zur Zeit ist nur wenig Wasser im Zambesi, deshalb sind Teile der Fälle trocken.

Anschließend wollen wir spontan noch über die Victoria Falls Bridge gehen, um uns einen Einreisestempel nach Zambia zu holen, da ich jedoch meinen Reisepaß nicht dabei habe muß ich zurückbleiben. Während die anderen drei ihre Zollformalitäten abwickeln sind plötzlich unsere Freunde aus Südtirol wieder da. Sie sind gerade über die Brücke gefahren reisen nun nach Zimbabwe ein.


Coca Cola Stand am Grenzübergang bei der Victoria Bridge - die haben noch diese antiken Cola-Kisten!

Der Fußweg über die Brücke erweist sich schließlich doch als zu weit und Karsten, Moni und Simone kehren nach der halben Strecke wieder um, allerdings nicht, ohne vorher einen Blick von der Brücke auf den Zambesi geworfen zu haben. Eine halbe Stunde später sind die drei wieder zurück. und wir planen die Aktivitäten für morgen: Wir (Moni, Karsten und ich) wollen eine Rafting Tour auf dem Zambezi River machen, während es Simone vorzieht eine gemütliche Champagner Kreuzfahrt auf dem oberen Zambezi zu unternehmen.

Nachdem wir unsere Buchungen für den nächste Tag erledigt haben gehen wir zur Abwechslung mal in eine amerikanisches Restaurant zum Pizza essen. Kaum haben wir diese verzehrt, spazieren zufälligerweise unsere alten Bekannten herein. Ein lustiger Zufall mehr, vor allem da Vic Falls wirklich nicht gerade klein ist! Wir beschließen den Abend gemeinsam zu verbringen um ein paar Whisky-Cola (2 DM pro Glas) in einer Disko zu trinken. Ich bringe Moni und Simone ein wenig ins Schwitzen, als ich die beiden zum Tanzen auffordere. Moni weißt schon bald nicht mehr, wo ihr der Kopf sitzt, wobei ich nicht sicher bin ob das an meinem Tanzstil oder am Whisky liegt. Um 2 Uhr machen wir uns auf den Rückweg, da die Kneipen um diese Zeit alle schließen...