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Donnerstag, 8. Oktober 1998
Wir fahren sehr früh ab, um noch rechtzeitig für einen Game Drive im Moremi Game Reserve zu landen. Am South Gate schicken wir Moni und Simone zum Parkwärter, in der Hoffnung, diese würde sich von den beiden bezirzen lassen und uns ein Permit für eine Übernachtung im Park ausstellen. Aber nichts da: einen unfreundlicheren Menschen als diesen Parkwächter haben die beiden noch nie getroffen und wir erhalten nur eine Day-Permit mit dem nachdrücklichen Hinweis, daß wir uns strafbar machen, wenn wir den Park nicht bis zum Abend verlassen haben. Natürlich wissen wir, daß wir die geplante Tour niemals an einem Tag schaffen können. Wir beschließen, jedoch die Tour um einen Tag abzukürzen und nur eine Übernachtung im Park zu riskieren. Diese können wir beim Verlassen des Parks mit einer Panne problemlos begründen. ![]() Die Straßen in Moremi sind in sehr schlechtem Zustand -
ohne Geländewagen keine Chance |
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Wir fahren auf der geplanten Route auf miserabler Sandpiste entlang der Mboma
Halbinsel; allerdings nicht allzu weit, da plötzlich die gesamte Straße
überschwemmt ist. Karsten überprüft zunächst, ob das Wasser eventuell flacher
ist als es aussieht. Aber leider ist dem nicht so und wir müssen umkehren und
uns eine andere Route suchen.
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Das Moremi Game Reserve ist ein traumhaft schöner Nationalpark, der vor allem
durch seine Abwechslungsreiche Landschaft besticht: Herbstwälder, die auch in
Deutschland stehen könnten und wüstenhafte Savannen. Dazwischen überall viele
verschiedene Tiere: Antilopen, Zebras, Elefanten, Giraffen, ... aber auch
hunderte von Vogelarten.
![]() ![]() Vorsichtig nähern wir uns diesen scheuen Tieren Diese Brücken sind durchnummeriert: First Bridge, Seconde Bridge, Third Bridge, ... Wir wollen so schnell wie möglich zur Third Bridge - einem der ausgewiesenen Campingplätzen im Park, um dort zu frühstücken. Aber die miserable Ausschilderung im Park und die vielen Ausweichspuren werden uns zum Verhängnis. So verpassen wir die richtige Abzweigung und landen wieder auf Mbomba Island. Also wir dann auch noch versehentlich in einem Privat-Camp landen werden wir von einer älteren deutschen Frau böse beschimpft. I. ElefantenattackeMoni fährt, während ich auf dem Dach sitze. Plötzlich entdecke ich links von uns, nur wenige Meter von der Straße entfernt eine Herde Elefanten. "STOP" rufe ich und Moni hält zum Glück sofort an. Mir wird meine Position auf dem Dach zu mulmig und ich steige ins Autoinnere um. Direkt vor uns, nur ca. 20 Meter entfernt, bricht die Elefantenherde aus dem Gebüsch und überquert die Straße. Wir sind ganz aus dem Häuschen und schießen Fotos, was die Kameras hergeben. Bisher hatten wir nur kleinere Gruppen mit maximal 5 Tiere gesehen. Diese Herde hier dagegen bestand aus mindestens 30 Tiere und es waren viele Jungtiere dabei. Wir sind vorsichtig und legen sicherheitshalber den Rückwärtsgang ein, um im Gefahrenfall schnell reagieren zu können, Elefanten sind nämlich sehr vorsichtig, wenn sie Jungtiere dabei haben. |
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Und wirklich: ganz am Ende der Herde geht ein besonders eindrucksvoller
Elefantenbulle, das im Gegensatz zum Rest der Herde unserer Anwesenheit seine
volle Aufmerksamkeit widmet. Er unterbricht seine Überquerung der Straße und
kommt mit schneller werdendem Schritt, wackelnden Ohren und nickend auf uns
zu. Wir fahren sofort rückwärts und das beruhigt das Tier auch sofort. Es
bremst ab und reiht sich wieder in die Herde ein. Er wollte nur sicher sein,
daß wir keine Gefahr für die Jungtiere sind. Moni und Simone sind sehr
beunruhigt, Karsten und ich dagegen sind uns sicher, daß wir die Situation
voll unter Kontrolle hatten. Wie es aber ausgegangen wäre, wenn wir uns nicht
sofort zurückgezogen hätten...
Anschließend setzten wir unsere Irrfahrt fort, während Moni sich bemüht nicht im tiefen Sand stecken zu bleiben. Irgendwann bemerken wir dann, daß wir mit Sicherheit nicht auf der Hauptstrecke sein können und beschließen umzukehren. Dies erweist sich als schwieriger als gedacht, da dank Sonnenhöchststand der Sand inzwischen stark erwärmt ist und unsere Räder daher nicht mehr so gut greifen wie zuvor. An einer Stelle mußten wir alle aussteigen - in der größten Mittagshitze - Zweige unterlegen und schieben, um unser Fahrzeug wieder freizubekommen. Nach etlichen vergeblichen Versuchen von Moni setze ich mich schließlich ans Steuer. Simone, die auf der rechten Seite anschiebt stützt sich unglücklicherweise an einem Fenster ab und drückt es ein. Wir müssen es mit Klebeband abdichten, damit der Staub nicht zu stark ins Fahrzeug innere eindringen kann. Durch das dauernde Anschieben und Einsinken verlieren wir 2 Stunden. So erreichen wir Third Bridge völlig erschöpft gegen 15 Uhr statt wie geplant um 11 Uhr und die beiden Mädels haben ihre Nasen ziemlich voll von allen Abenteuern. Endlich können wir "frühstücken" und etwas trinken. Anschließend duschen wir alle nackt unter dem Überlauf eines Wassertanks, der von einer Solarpumpe ständig aufgefüllt wird. Danach ist auch für die Mädels die Welt fast wieder in Ordnung. |
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Da es noch recht früh ist und plötzlich weitere Fahrzeuge auftauchen, die
ihren Anspruch auf dieses Camp geltend machen, beschließen wir noch bis Xaxanaxa
weiterzufahren.
![]() Bei Third Bridge sind schon öfters unvorsichtige Touristen das Opfer von Krokodilen geworden ![]() Da wir nicht so genau wissen, wohin die Wege führen müssen wir plötzlich einen Fluß überqueren. Sicherheitshalber schicken wir Moni zu Fuß vor, damit wir die Tiefe der Furt überprüfen können. Das Wasser reicht ihr bis zur Mitte des Oberschenkels, aber das sollte für unser Fahrzeug noch machbar sein. ![]() Moni testet die Wassertiefe |
![]() ...und von vorne ![]() Sonnenuntergang in Moremi Nachdem wir Karstens seltsame Würstchen gegrillt haben gehen wir daher bald zu Bett. Ich kann allerdings nicht schlafen - es ist viel zu warm. Daher verlasse ich das Zelt wieder und setze mich in den Wagen und lese ein Buch - bis zum Morgen. |