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Mittwoch, 7. Oktober 1998
Wir verbringen den Morgen auf der Veranda mit Lesen interessanter Tierbücher. Dabei haben wir die Gelegenheit alle möglichen Tiere, die am Ufer entlang laufen und dabei auch ins Camp kommen zu beobachten. Unter anderem besucht uns auch ein Warzenschweinpärchen. ![]() Das Camp steht allen Tieren offen. Kein Zaun hindert sie am Eindringen. Zunächst benötigen wir aber noch eine Übernachtung vorab. Wir entscheiden uns für das Audi Camp, das auf halbem Weg zwischen Maun und Moremi liegt. Nachdem wir uns im Camp gemeldet und unsere Übernachtung klar gemacht haben, fahren wir zurück nach Maun auf der Suche nach einem Waschsalon. Wir finden aber nur eine chemische Reinigung und landen schließlich mit unseren in einen Leintuchschlafsack eingehüllten Klamotten auf dem Marktplatz (=Old Mall) und befragen die Leute. Simone zeigt ihre Kleider her und wird dabei gänzlich missverstanden. Als die Schwarze ihr T-Shirt genau taxiert, sind wir innerhalb von 30 Sekunden von einer riesigen Menschentraube umringt. Die denken offensichtlich, wir wollen die Klamotten verkaufen! In was sind wir hier wohl hineingeraten? Wir machten uns schleunigst lachend aus dem Staube wohlwissend, was für ein Bild wir abgeben: Moni mit Wickeltuch um die Hüften und Wanderschuhen und den riesigen Wäschesack auf dem Rücken... Unterwegs geben Moni und Simone einen Teil der Kleidung im Hotel Railey zum Waschen. Zurück im Audi Camp tauchen wir verdienterweise endlich in den Swimming Pool ein und anschließend waschen wir zusammen die restliche Kleidung. Nachdem jemand unseren reservierten Abstellplatz während unseres Ausfluges nach Maun frecherweise belegt hat, beschließen Simone und Moni den Platz neben dem Toilettenhäuschen mit unserer aufgehängten Wäsche zu besetzen. Als wir gerade dabei waren die Wäsche aufzuhängen stellte sich neben unseren Stellplatz ein anderes Allradfahrzeug. Im Auto befinden sich zwei junge Südtiroler und ein älteres deutsches Pärchen. Die beiden Südtiroler haben als nächstes Ziel eben so wie wir das Moremi Game Reserve. Abends gingen wir erstmals in diesem Urlaub in ein (sehr touristisches) Restaurant zum essen. Bis dahin hatten wir uns mangels Gelegenheit immer nur mit gekauften Vorräten selber versorgt. Unsere Stimmung war nicht allzu toll; vielleicht auch wegen unserer hektischen Reise und dem ewigen Streß. Ohnehin waren wir mit unserem Zeitplan nun schon ziemlich hinterher. Vor allem Simone wäre gerne noch einige Zeit in Maun geblieben; für sie waren ja Leute viel interessanter als die gefürchteten Wildtiere. Auf dem Rückweg holen wir unsere gewaschene Kleidung vom Hotel Railey ab und tanken alle Tanks bis zum Anschlag voll. Vor uns liegt eine sehr lange Strecke ohne Tankstelle. Wir haben ausgerechnet, daß wir bei unserem bisherigen durchschnittlichen Verbrauch 220 Liter benötigen um die Strecke bis zur nächsten Tankstelle - ca. 1000 Kilometer - zu überwinden. Wir können aber nur 190 Liter (80 Liter im Haupttank, 70 Liter im Zusatztank und 2 Reservekanister á 20 Liter) mitnehmen! Wir brauchen also sehr viel Glück und müssen sehr sparsam fahren um diese Strecke zu schaffen. |