Dienstag, 6. Oktober 1998
Morgens um 5:00 Uhr wacht Moni durch leises Löwengebrüll auf. Da sie aber ausnahmsweise einmal nicht aufs Klo muß und die Geräusche nicht sehr nah klingen schläft sie bald wieder ein. Als wir schließlich aufstehen entdecken wir ca. 10 Meter von unseren Zelten entfernt frische Löwenspuren! Zum Glück hat Moni zwei Stunden vorher ihr Zelt nicht verlassen!

Wir gehen auf einen kurzen 2h-Game Walk und sehen dabei fast nur Fliegen; einmal in der Ferne Hyänen. Anschließend verzehren wir zum Frühstück unsere letzten kärglichen Essensvorräte (inkl. eingelegten Früchten, welche wir brüderlich mit unseren Guides teilen).

Kraniche stehen oft stundenlang regungslos, bis sie einen Fisch erspähen

Nun müssen wir unsere Zelte wieder abbauen, alles in die Mokoros verladen und uns für den Rückweg fertig machen. Beim Beladen der Mokoros sehen wir am anderen Flußufer Kaffernbüffel vorbeiziehen.
Während der Rückfahrt müssen wir mehrfach das Boot verlassen und selber schieben helfen. Man merkt, daß das Wasser noch zurückgeht. Der Wasserstand ist in diesen drei Tagen deutlich gesunken. Wir begegnen einheimischen Mokoro-Führern, die uns aufgeregt erzählen, daß gerade erst ein Krokodil ein Impala gerissen hat. Kurz darauf rudern wir an dem Riesenreptil vorbei, das plötzlich sein Maul aufreißt und ruckartige Schluckbewegungen macht. Netterweise hängt da auch noch ein Antilopenbein heraus...


Wenige Meter neben unserem Mokoro: Ein Krokodil frißt eine Antilope

Zurück in der 'Zivilisation' (wenn man Oddballs so bezeichnen will) stürzen wir uns alle auf die Bar: ein Cola muß her! In den letzten drei Tagen haben wir schließlich alle fast nur torfhaltiges Flußwasser getrunken. Anschließend gehen wir - so wie wir sind - in die Dusche und waschen dabei auch gleich noch unsere Klamotten. Enttäuscht stellen die Mädels fest, daß ihre Hautfarbe wieder deutlich heller wurde. Also keine Bräune. Nur Dreck!


Die sanitären Anlagen sind recht rustikal

Wir stellen amüsiert fest, daß die inzwischen eingetroffenen Neuankömmlinge sich bei jedem Tier, daß in der Ferne am Horizont auftaucht ans Verandageländer stürzen und durch ihre Ferngläser sehen. Abends freundet sich Simone mit Malebogo, einer Einheimischen, die in der Bar arbeitet an: sie sind sofort ein Herz und eine Seele. Kein Wunder: Simone hat eine Leidensgenossin gefunden, denn Malebogo ist ein Stadtkind hat mindestens genauso viel Angst vor Wildtieren, wie Simone! Jedenfalls antwortete sie auf Moni's Frage, wie lange sie hier in Oddballs arbeiten will ganz ernsthaft, das käme drauf an wie lange sie hier überleben wird...


Malebogo ist aus der Stadt und hat Angst vor wilden Tieren

Obwohl, so unrecht hat sie vielleicht gar nicht: im Vorjahr ist ja einer der Guides von einem Krokodil gefressen worden und Oddballs mußte wegen dem anschließenden Streik der Guides für ein paar Monate schließen.

Nachts erwachen wir durch knackende Geräusche vor dem Zelt. Durch das große Moskitonetz hebt deutlich ein keine 10 Meter entfernter Elefant ab. Simone zieht wie üblich den Schlafsack über den Kopf, in der Meinung, sie sei so vor jeder Gefahr sicher.