Montag, 5. Oktober 1998
In aller Frühe, noch vor dem Sonnenaufgang machen wir uns auf unseren nächsten
Game-Walk. Kurze Zeit später können wir einen phantastischen Sonnenaufgang
beobachten. Und kurz darauf wird es bereits wieder unangenehm heiß - jedenfalls
wenn man zu Fuß durch den Busch wandert.
Dank des staubigen Untergrundes haben unsere Schuhe, Socken und Beine innerhalb
kürzester Zeit eine gleichmäßig graue Farbe angenommen. Und ich mache mir eine
geistige Notiz, bei unserem nächsten Afrikaurlaub auf weiße T-Shirts zu
verzichten!

Termitenbau
Der Game Walk ist für uns recht anstrengend: Doctor schreitet in einem Eiltempo
voran, daß vor allem Moni kaum noch folgen kann. Zusätzlich macht uns die Hitze
zu schaffen, so daß wir von der Umgebung kaum was mitbekommen. Beinahe hätten
wir auch den Elefanten, der nur wenige Meter entfernt im hohen Graß weidet
übersehen! Dieser sieht zwar sehr friedlich aus, wir wählen aber dennoch eine
Route, die uns im Bogen um ihn herumführt. Schließlich sind wir hier nicht im
Streichelzoo! Wenn man hier schon die Elefanten derart schlecht sieht, wie ist
es dann erst mit Löwen...?

Warzenschwein

Giraffen
Auf diesem Walk begegnen wir noch Giraffen, Zebras, verschiedenen Antilopenarten,
Gnus und natürlich Warzenschweinen.

Der Schädel eines Elefanten. Die Stoßzähne sind natürlich schon weg.
Zurück im Lager halten wir erst mal wieder Siesta. Simone ist so erschöpft, daß
sie sofort einschläft. Moni und ich schreiben Postkarten und Karsten widmet sich
seinem Tagebuch. Mittags fahren wir mit dem Mokoro zum Baden in einen Hauptarm
des Okavango ein. Trotz des kühlen Nass, welches uns endlich wieder ein sauberes
Feeling gibt, vergessen wir nicht die Gefahren durch Krokodile und Bilharziose.
Allerdings haben wir uns bereits in Oddballs erklären lassen, daß durch
Bilharziose keine Gefahr besteht, da diese Krankheit nur in der Umgebung von
Menschen zu finden ist, aber man weiß ja nie... Docter und Moitshepi wechseln
sich am Ufer ab und achten sehr genau auf jede Bewegung im Wasser, um uns
rechtzeitig zu waren, falls ein Krokodil auftaucht.

Hoffentlich kommt kein Krokodil...

Wir füllen unsere Wasserflaschen mit "frischem" Flußwasser
Das Wasser ist herrlich
kühl und erfrischend. Nebenbei füllen wir unsere Wasserflaschen mit "sauberem"
Flußwasser. Unseren beiden Guides sieht man ihre körperliche Tätigkeit an:
sie haben sehr muskulöse und durchtrainierte Körper, die jetzt - nahezu
unbekleidet - deutlich zu sehen sind. Plötzlich sehen wir in der Ferne Elefanten,
die sich uns nähern und offensichtlich beabsichtigen hier zu Trinken. Daher
ziehen wir wieder Leine...

Rückfahrt zum Lager
Karsten und ich marschieren abends zu unseren Nachbarn, der Hippo-Kolonie, da
die Mädchen partout keine Lust mehr haben auf einen Game-Walk zu gehen. Wir
schießen ein paar gute Aufnahmen und warten auf den Sonnenuntergang. Während
dessen bereiten die Mädchen zusammen mit unseren Guides das Abendessen zu.
Dieses fällt etwas kärglich aus, da der geplante Fisch aufgrund der schlechten
Laune von Docter - er hätte ihn fangen sollen, sich aber derart lustlos
angestellt, daß er ohne zurück gekommen ist - nach wie vor im Fluß schwimmt.