|
Freitag, 2. Oktober 1998
|
|
An der Sunday Pan tummelt sich frühmorgens eine große Gazellenherde. Auch ein
Schakal nähert sich vorsichtig und beäugt uns. Plötzlich bemerken wir in der
Ebene ein Tier, das wie wild den Boden aufwühlt, offensichtlich auf der Suche
nach Wurzeln oder Insekten. Es ist ein Honigdachs (Honey Butcher), den wir
schon aus dem Disney Film Die lustige Welt der Tiere kennen und der da
so possierlich einem Honig-Kuckuck hinterhergeflogen ist.
![]() Honigdachs Wir verlassen die Kalahari gegen 11:00 Uhr und frühstücken am Gate. Die als Milch gekaufte Flüssigkeit entpuppt sich als ein süßer schwabbeliger Brei, der für unseren Gaumen ziemlich ungenießbar ist. Wir schenken ihn der Gatebeamtin, die sich sehr darüber freut. So unterschiedlich sind die Geschmäcker... Zurück in Rakops (wir müssen wieder auftanken) beobachten wir verschiedene Eingeborene, die sich unter bunten Regenschirmen vor der großen Hitze verstecken. Beim Tanken lösen wir diesmal die Tankwartin an der Handkurbel ab. Sie ist offensichtlich recht erleichtert, daß sie nicht schon wieder 120 Liter Benzin pumpen muß, sondern uns nun amüsiert zuschauen kann, wie wir uns quälen. ![]() Unsere Tankstelle ![]() Goldfield Restaurant WC-/Trinkstopp in der prallen Mittagshitze; es ist fast nicht auszuhalten. Und dazu der Lärm der Zikaden im uns umgebenden Buschwerk. Ein Blick auf unser Sorgenkind - den hinteren rechten Reifen - bringt eine Überraschung: prall und satt sieht er aus. Auch die anderen Reifen wirken irgendwie voller als sonst. Mir schwant Übles und überprüfe den Reifendruck. Wie vermutet hat die enorme Hitze und der damit aufgeheizte Sand auch unsere Reifen extrem erhitzt und wir müssen dringend Luft herauslassen. Sie hatten durchschnittlich 1 bar zuviel! ![]() Luftkontrolle Immer wieder verliert das Fahrzeug jede Bodenhaftung, aber der Allrad macht seinem Namen alle Ehre. Irgend ein Rad faßt schließlich während des Herumschleuderns wieder Fuß. Nur muß man dann eben rechtzeitig das Steuer herum werfen, sonst landet man jenseits der Böschung... Nach einem Zwischenstopp versucht Simone ihr Glück am Steuer, was ihr überraschend gut gelingt (in Bezug auf ihr Fahrkönnen als Gelegenheitsfahrerin) - allerdings muß ich ihr den Wagen mehrmals freifahren, nachdem sie ihn mit zu geringem Tempo in eine Sandgrube gesetzt hat. Das sanfte Anfahren mit der Kupplung hat sie noch nicht ganz raus. Schließlich erreichen wir Xumanga (auf manchen Karten auch als Kwaraga verzeichnet - wenn man sich auf eines verlassen kann, dann darauf, daß in Afrika jeder Ort in jeder Karte anders geschrieben wird) - die Pforte zur Magkadigkadi-Pan. Zunächst hatten wir Probleme den richtigen Weg durch den Ort zu finden. Aber endlich finden wir doch den richtigen Seitenweg, der uns durch das - zur Zeit! - ausgetrocknete Bachbett des Boteti-Rivers führt. Gleich auf der anderen Flußseite befindet sich unser Campingplatz. In der Nachmittagshitze relaxen wir. Moni geht's ziemlich schlecht: die Grippe hat sie voll erwischt. Eine Dusche bringt uns - nebst Entstaubung - auch eine willkommene Kühlung und Moni ruht sich auf meiner Luftmatratze etwas aus. ![]() Yellow Billed Hornbill - Gelbschnabeltoko in Xumanga Als die Temperaturen schließlich erträglicher werden starten wir einen abendlichen Game-Drive. Aber wir sehen nur wenig Tiere. Es sind zwar sehr viele Spuren von Gnus und Zebras zu erkennen, aber durch das hohe Gestrüpp können wir diese Tiere nur in der Ferne erahnen. Moni und ich sitzen auf dem Dach und immer wieder müssen wir unsere Köpfe einziehen, um dem Geäst auszuweichen, sonst würde es uns runterwischen. Die stark zerstörte Vegetation deutet darauf hin, daß zu anderen Jahreszeiten mit mehr Wasser hier eine größere Elefantenpopulation zu finden sein dürfte. In den Baumspitzen sehen wir immer wieder größere Ansammlungen von Geiern und zwischen den Büschen finden wir immer wieder Tierskelette. Bei einem Abstecher an den Boteti-River wird uns der Grund für die Anwesenheit der vielen Geier schnell klar: In einem verbliebenen Wassertümpel liegt ein verendetes Zebra, an dem sich die Geier immer wieder bedienen. ![]() Ein im Wassertümpel liegendes totes Zebra lockt Geier an Rund um uns hören wir das laute Heulen der Hyänen. Wir scheinen von einem großen Rudel umzingelt zu sein. Am sternklaren Himmel können wir wieder das Kreuz des Südens bewundern. |